Wer wird um Olympia-Medaillen kämpfen? Noch sind einige alpine Starterplätze offen!

Entscheidungskriterien für Damen-Bewerbe unklar

ÖSV-Herrenchef Toni Giger hat die Vorgangsweise bei der Aufstellung des Herren-Abfahrtsquartetts bekannt gegeben. Fritz Strobl, Michael Walchhofer und Hermann Maier waren in der Königsdisziplin gesetzt, als vierter Mann qualifizierte sich Klaus Kröll mit einer starken Leistung im Training. Bei den Damen werden mangels reiner Spezialistinnen alle neun Österreicherinnen ab Sonntag am Abfahrtstraining teilnehmen - und das ist richtungweisend für die Speed-Disziplinen. Ob es eine Qualifikation geben wird, oder ob die letzten Plätze für Abfahrt, Super G und Kombi per Trainerentscheid vergeben werden, ist noch offen. Nur im Slalom stehen mit Marlies Schild, Kathrin Zettel, Niki Hosp und Michaela Kirchgasser die vier Starterinnen bereits fest.

Ein Situationsbericht über die Lage in den diversen Disziplinen - nach chronologischer Reihenfolge:

HERREN:

* ABFAHRT (12. Februar, Sonntag):

Fritz Strobl, Michael Walchhofer und Hermann Maier waren in der Königsdisziplin gesetzt. Der Steirer Klaus Kröll qualifizierte sich am Freitag mit der Bestzeit von 1:49,75 Minuten im zweiten Training als vierter ÖSV-Läufer. Kröll setzte sich im ÖSV-internen Duell mit seinem Zimmerkollegen Andreas Buder klar durch.

* KOMBINATION (14. Februar, Dienstag):

Sollte das ÖSV-Team von Verletzungen verschont bleiben, sind in der Kombi die Würfel gefallen. Benjamin Raich, Michael Walchhofer, Rainer Schönfelder und Mario Matt, der nach seinem schweren Chamonix-Sturz wieder einsatzfähig ist, werden das rot-weiß-rote Quartett bilden. Als eventuelle Ersatzmänner könnten Christoph Gruber und Hermann Maier fungieren.

* SUPER G (18. Februar, Samstag):

Wie in der Abfahrt ist auch im zweiten Speed-Bewerb nur die Frage nach dem vierten Mann offen. Gesetzt sind die Saisonsieger Hermann Maier, Hannes Reichelt und Christoph Gruber. Auf das letzte Ticket dürfen mit Benjamin Raich, Michael Walchhofer, Fritz Strobl, Stephan Görgl und Klaus Kröll gleich fünf Athleten hoffen. Mitentscheidend wird sicher auch das Abschneiden von Walchhofer und Raich in den Auftaktbewerben in Sestriere sein. "Im Super G wird die Entscheidung sicher am schwierigsten", weiß Giger.

* RIESENTORLAUF (20. Februar, Montag):

Über die Aufstellung der Saisonsieger Benjamin Raich und Hermann Maier gibt es keine Diskussion, auch Rainer Schönfelder und Stephan Görgl haben sich mit jeweils einem dritten Platz schwer empfohlen. Hannes Reichelt darf sich lediglich Außenseiterchancen ausrechnen.

* SLALOM (25. Februar, Samstag):

Im abschließenden Alpinbewerb sind Benjamin Raich, Reinfried Herbst und Rainer Schönfelder fix mit von der Partie. Der vierte Mann sollte Manfred Pranger heißen, Mario Matt (Weltmeister 2001 in St. Anton) könnte sich jedoch mit einer starken Kombination aufdrängen.

DAMEN:

* ABFAHRT (15. Februar, Mittwoch):

Die St. Moritz-Siegerin Michaela Dorfmeister, die den Weltcup in dieser Disziplin bereits in der Tasche hat, Alexandra Meissnitzer und Renate Götschl sind fix. Die besten Karten auf Platz vier hat vermutlich Elisabeth Görgl, die Einzige, die außer dem genannten Trio bisher schon einen Abfahrts-Podestplatz (3. in Cortina) geschafft hat.

* KOMBINATION (17. Februar, Freitag):

Mit Nicole Hosp, Marlies Schild, Andrea Fischbacher, Elisabeth Görgl, Kathrin Zettel und Michaela Kirchgasser können die ÖSV-Chefs aus dem Vollen schöpfen. Wer von den ganz jungen Girls mit der Abfahrt am besten zurecht kommt, wird wohl den oder die restlichen Startplätze bekommen. Götschl, die einst beste "klassische" Kombiniererin im ÖSV-Damenteam, ist wohl kein Thema mehr, obwohl nach altem Schema kombiniert wird.

* SUPER G (19. Februar, Sonntag):

Dorfmeister und Meissnitzer sind auch hier fix, Speed Queen Götschl wohl eine heiße Anwärterin auf Platz drei. Aber selbst sie kann sich nicht sicher sein, hat doch im Gegensatz zu Götschl eine Andrea Fischbacher bereits zwei Podestplätze (2. Lake Louise, 3. Aspen) und Nicole Hosp einen dritten Platz von St. Moritz vorzuweisen. Elisabeth Görgl ist im Weltcup sogar viertbeste Österreicherin in dieser Disziplin. Im Super G
werden die ÖSV-Coaches nach derzeitigem Stand der Dinge am meisten nachdenken müssen.

* SLALOM (22. Februar, Mittwoch):

Die einzige Disziplin, in der mit der dreifachen Saisonsiegerin Schild sowie Zettel, Hosp und Kirchgasser das Olympia-Quartett bereits fix steht. Vorbehaltlich natürlich Verletzungen und/oder Erkrankungen.

* RIESENTORLAUF (24. Februar, Freitag):

Hosp, Zettel und Schild stehen auch hier außer Frage, Platz vier ist aber noch offen. Elisabeth Görgl hat als Dritte von Cortina die besten Karten, zuletzt war aber Kirchgasser konstanter.

(apa/red)