Weiterhin strenger Winter: Erneut zahl- reiche Kältetote in Mittel- und Osteuropa!

Stuttgart: Swiss-Jet über Landebahn hinausgerutscht PLUS: Gleich nachschauen - so wird das Wetter heute

Durch die anhaltende Kältewelle sind in Osteuropa erneut Dutzende Menschen erfroren. Allein in der Ukraine starben innerhalb von 24 Stunden 40 Menschen, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Die polnische Polizei meldete zehn Kältetote, die bulgarischen Medien berichteten von 14 Toten innerhalb der vergangenen vier Tage. In Albanien starben drei, in Kroatien zwei Menschen. In der Türkei führte der strenge Winter zu ersten Engpässen bei der Energieversorgung. In Stuttgart rutschte ein Passagierflugzeug der Schweizer Fluggesellschaft Swiss etwa 50 Meter weit über die Landebahn hinaus.

Seit Beginn der Kältewelle am Samstag starben allein in der Ukraine 181 Menschen. Etwa 2.270 mussten wegen Erfrierungen und Unterkühlung im Krankenhaus behandelt werden. Schulen und Bergwerke blieben geschlossen. In einigen Teilen des Landes herrschten nach wie vor Temperaturen von minus 35 Grad. Nach Angaben der Meteorologen soll es auch am Wochenende kalt bleiben. In Polen kamen seit Winterbeginn 185 Menschen ums Leben, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Dort stiegen aber erstmals seit einer Woche die Temperaturen wieder an. Im Südosten des Landes wurden am Donnerstag nur noch minus zwölf Grad gemessen, im Nordwesten minus zwei Grad. Die Schulen nahmen den Unterricht wieder auf.

In Istanbul und Umgebung musste die Gaszufuhr zu Dutzenden Fabriken vorübergehend eingestellt werden, nachdem die Einfuhren aus Iran und Russland in den vergangenen Tagen erheblich zurückgefahren wurden. Auf dem Flughafen der Zwölf-Millionen-Stadt gab es Stornierungen und Verspätungen; zwei Flugzeuge mussten auf dem Rollfeld aus dem Tiefschnee gezogen werden. Das Bildungsministerium in Ankara verlängerte die Winterferien um eine Woche, da bis zum bisher geplanten Schulbeginn am Montag in vielen Landesteilen weiter Schnee und Eis erwartet werden. Insgesamt waren am Donnerstag rund zehntausend Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten.

Mit minus acht Grad herrschten in Moskau dagegen vergleichsweise milde Temperaturen. In ganz Russland kehrte inzwischen wieder normaler Winteralltag ein. In Georgien dagegen verschärfte sich die Energiekrise, dort waren der Osten und die Hauptstadt Tiflis am Donnerstag ohne Strom. Die Reparatur der am Wochenende schwer beschädigten russischen Pipeline kam nur schleppend voran. Präsident Michail Saakaschwili beschloss, seine Teilnahme am Weltwirtschaftsforum in Davos zu verkürzen und noch am Abend in seine Heimat zurückzukehren.

Die in Stuttgart ins Rutschen geratene Swiss-Maschine kam nach der Landung erst in einer Wiese zum Stehen. Die 40 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder blieben nach Angaben der Polizei in Esslingen aber unverletzt. Der Flugbetrieb in Stuttgart wurde vorübergehend eingestellt. Die Ursache war zunächst unklar.

(apa/red)