"Weiterer Schritt zur Modernisierung" des Angebots: ÖBB kauft neue Fernverkehrszüge

300 Mio. Euro für 250 km/h schnelle luxuriöse Züge<br>Verkauf von Wolfgangsee-Schiffahrt beschlossen Aufsichtsrat verschiebt Beschluss über Finanzplanung

Der ÖBB Holding-Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung wie erwartet die Bestellung neuer Fernverkehrszüge von Siemens (Rail Jet) beschlossen. Damit sei "ein weiterer Schritt zur Modernisierung des Fernverkehrsangebots gesetzt worden", bestätigten die ÖBB nach der Sitzung offiziell. Die bis zu 250 km/h schnellen luxuriösen Züge, die in den nächsten beiden Jahren geliefert werden sollen, kosten den stolzen Betrag von rund 300 Mio. Euro.

Die Wolfgangsee-Flotte und die Schafbergbahn werden an die Bestbieterin, die Salzburg AG, verkauft. Der Verkauf soll noch vor dem Saison-Start Ende April über die Bühne gehen. Preis wurde keiner mitgeteilt.

ÖBB-Finanzchef Erich Söllinger wird zusätzlich zu seinen Holding-Funktionen "befristet" in den Vorstand der beiden Absatzgesellschaften einziehen, bestätigten die ÖBB in einer Unternehmensmitteilung am Abend: "Ziel dieser Entscheidung ist, wichtige Synergieeffekte im Konzern zu nutzen sowie die grundsätzlichen Aspekte des Controllings, des Rechnungs- und Berichtswesens sowie die Bilanzpolitik einheitlich auszurichten."

Alfred Zimmermann, Mitglied des Vorstands der ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG wird wegen der schweren Erkrankung eines Vorstands interimistisch in den Vorstand der ÖBB Infrastruktur Bau AG bestellt. Auch er übernimmt den Posten zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben.

Scharfe Kritik an den Ergebnissen der Aufsichtsratssitzung kam am Donnerstagabend von SPÖ-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter: "Für einen neuen Managerposten hat die Kraft und Kompetenz der Aufsichtsräte gereicht, für die Vorlage einer vernünftigen mittelfristigen Finanzplanung nicht", so Kräuter in einer Aussendung. Die Regierung sowie Management und Aufsichtsrat der ÖBB stünden "vor den Trümmern ihrer völlig falschen Politik der Zersplitterung und Zerschlagung".

Aufsichtsrat verschiebt Beschluss über Finanzplanung
Der Aufsichtsrat der ÖBB-Holding hat von der Verabschiedung eines mittelfristigen Finanzplanes Abstand genommen, für die die außerordentliche Aufsichtsratssitzung eigentlich einberufen worden ist. In dem Zahlenwerk soll es noch unvollständige Angaben gegeben haben, hieß es nach der Sitzung zur APA aus gut informierten Kreisen. Offizielle Bestätigung gibt es noch keine.
(apa)