Weitere Botschaft Bin Ladens aufgetaucht:
"USA im Irak so barbarisch wie Saddam"

Terroristenchef will sich nicht lebendig fangen lassen Botschaft auf Web-Seite militanter Muslime verbreitet

Der von den USA gesuchte Terroristenführer Osama bin Laden hat in einer im Internet verbreiteten Tonaufzeichnung erklärt, er werde sich niemals lebendig fangen lassen. Der Sprecher, der sich als Bin Laden ausgab, erklärte außerdem, die Taten der Amerikaner im Irak seien ebenso "barbarisch" wie die des früheren Diktators Saddam Hussein. Verbreitet wurde die Botschaft auf einer Web-Seite militanter Muslime.

Offenbar handelte es sich dabei um die komplette Version einer bereits am 19. Jänner vom arabischen Sender Al Jazeera teilweise ausgestrahlten Ansprache, in der Bin Laden den USA einen Waffenstillstand angeboten hatte, gleichzeitig aber einen bald bevorstehenden neuen Anschlag seines Terrornetzwerks Al Kaida auf amerikanischem Boden androhte.

Damals hatte der Geheimdienst CIA nach Informationen der Nachrichtenagentur AP die Stimme als diejenige Bin Ladens identifiziert. Der derzeitige Aufenthalt des Terroristenführers ist unbekannt, er wird im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan vermutet.

"Ich habe geschworen, mein Leben nur in Freiheit zu führen. Auch wenn ich den Geschmack des Todes als bitter empfinde, will ich nicht gedemütigt oder betrogen sterben", sagte Bin Laden. Der Heilige Krieg gehe mit aller Macht weiter, sagte die Stimme weiter, trotz "all der Barbarei und Unterdrückung durch die amerikanischen Armee und ihrer Agenten". Es gebe "keinen nennenswerten Unterschied mehr" zwischen den Verbrechen der USA und den Saddam Husseins. Er wirft den USA auch Vergewaltigung, Geiselnahme und grausame Folter vor.

Außerdem machte sich Bin Laden über die von US-Präsident George W. Bush im April 2003 feierlich verkündete Deklaration lustig, in der dieser alle größeren Kampfhandlungen im Irak für beendet erklärt hatte. Die aktuellen Zahlen des Pentagons zeigten dagegen, dass es immer mehr Tote und auch massive materielle Verluste gebe - von dem Zusammenbruch der Truppenmoral und den zunehmenden Selbstmordfällen ganz zu schweigen.

(apa/red)