Eine ungewöhnliche Protestaktion gab es in Europas letzter Diktatur Weißrussland zu bestaunen. Aus einem tieffliegenden Kleinflugzeug wurden knapp eintausend Teddybären abgeworfen. Behängt mit Protestlosungen zum Thema Meinungsfreiheit schwebten sie an Fallschirmen unter anderem in der Hauptstadt Minsk vom Himmel.
Gestartet war die Maschine in Litauen, organisiert wurde die Aktion jedoch von Schweden aus. Genauer gesagt von der Werbeagentur Studio Total - in Österreich keine Unbekannten, waren sie doch im Winter für den Wirbel um die angebliche Sexschule in Wien verantwortlich.
Die Idee hinter der Aktion war laut Studio Total gewesen, die oppositionelle Website "Charter 97" zu unterstützen und Aufmerksamkeit auf die Einschränkung der Menschenrechte sowie die Anliegen der weißrussischen Opposition zu lenken.
© Bild: Studio Total
Inhaftierungen und Köpferollen
Der ursprüngliche Abwurf hatte bereits in der Früh des 4. Juli stattgefunden. Zuerst hatten die weißrussischen Behörden den Vorfall bestritten, dann aber doch Ermittlungen eingeleitet. Am Ende wurden auch zwei Personen in Haft genommen, der Student Anton Surjapin und der Makler Sergej Bascharimow. Am Díenstag wurde vom Büro des Präsidenten
Alexander Lukaschenko
schließlich bekanntgegeben, dass der Luftwaffengeneral Dmitri Pachmelkin und der General Igor Raschkowski wegen Pflichtvernachlässigung ihrer Posten enthoben wurden. Fünf weitere ranghohe Vertreter der weissrussischen Führung wurden verwarnt, unter ihnen Verteidigungsminister Juri Shadobin.