Wegen Gentechnik: Babynahrungshersteller
Hipp drohte mit Wechsel nach Österreich!

Sorge um Lockerung des Gesetzes in Deutschland Ein Standort in Oberösterreich wäre dann möglich

Der deutsche Babynahrungshersteller Hipp hat laut Medienberichten gedroht, ein neues Werk außerhalb von Deutschland zu errichten, wenn dort das Gentechnikgesetz gelockert werden sollte. Ein neuer Standort in Oberösterreich wäre dann möglich.

"Wir garantieren unseren Kunden, dass sie nur absolut gentechnikfreie Produkte bekommen. Wenn wir die in Deutschland nicht mehr erhalten, werden wir sie im Ausland besorgen", wird Firmenchef Claus Hipp zitiert. Auch mit der Verlagerung seiner Produktion drohte er.

Dafür bietet sich Oberösterreich an. Dort produziert der bayerische Babynahrungs-Konzern schon bisher in Gmunden. Bereits seit längerem wird auch über ein Werk für Milchprodukte im Mühlviertel verhandelt.

Der oberösterreichische Agrarlandesrat Josef Stockinger (V) und der Umweltandesrat Rudi Anschober (G) sehen gute Chancen für eine weiteres Hipp-Werk in ihrem Bundesland. Oberösterreich hat zusammen mit der Toskana ein Netzwerk gentechnikfreier Regionen in Europa gegründet, das inzwischen bereits zahlreiche Mitglieder umfasst.

Oberösterreich plante ein Gentechnik-Verbotsgesetz. Argumentiert wird vor allem, dass wegen der kleinstrukturierten Landwirtschaft kein Nebeneinander von Landwirtwirtschaft mit und ohne gentechnikveränderten Organismen (GVO) sowie Biolandwirtschaft möglich sei. Das Gesetz wurde allerdings vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) aufgehoben. Gegen diese Entscheidung will Oberösterreich alle rechtlich möglichen Schritte unternehmen. Außerdem ist ein neues Gentechnik-Vorsorgegesetz geplant, in dem derart hohe Hürden für den Einsatz von GVO enthalten sind, dass er de facto unmöglich wird.

(apa)