Wegen "Beleidigung des Türkentums": Verfahren gegen Autor Pamuk eingestellt

Prozess war im Dezember auf Februar vertagt worden

Die türkische Justiz stellt das umstrittene Verfahren gegen den Schriftsteller Orhan Pamuk wegen "Beleidigung des Türkentums" ein. Der Prozess um Äußerungen des Schrifstellers zur Verfolgung von Armeniern während des Osmanischen Reiches vor einem Istanbuler Gericht werde nicht fortgesetzt, berichtete der Fernsehsender CNN-Türk am Sonntag.

Der Prozess gegen Pamuk war kurz nach seinem Beginn im Dezember auf Februar vertagt worden, weil zunächst eine Stellungnahme des türkischen Justizministeriums abgewartet werden sollte. Nachdem das Ministerium eine Stellungnahme abgelehnt habe, hätten die Richter die juristische Verfolgung Pamuks jetzt eingestellt, berichtete der Sender.

Der letztjährige Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels stand vor Gericht, weil er in einem Interview gesagt hatte, in der Türkei seien eine Million Armenier und 30.000 Kurden getötet worden. In der EU wurde der Prozess mit Blick auf die Beitrittsverhandlungen als Test für die Umsetzung der in den vergangenen Jahren beschlossenen demokratischen Reformen gesehen. (apa/red)