Wahlen brachten Nepal keine Stabilität: Neue Kämpfe fordern rund 2 Dutzend Tote

Kommunalwahlen: Sieg für die Köningstreuen

Nach der ersten Wahl seit der Machtübernahme durch König Gyanendra in Nepal sind bei Kämpfen zwischen maoistischen Rebellen und der Armee mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen. Der unabhängige Fernsehsender Kantipur berichtete, 19 Soldaten seien am Vortag im Westen des Landes von Maoisten getötet worden, als sie eine Straßensperre der Rebellen entfernen wollten. Bei dem Zusammenstoß seien auch vier Rebellen ums Leben gekommen. Bei den weitgehend boykottierten Kommunalwahlen gewann der königstreue Teil der National-Demokratischen Partei die meisten Mandate.

Der von Innenminister Kamal Thapa geführte Parteiflügel werde künftig 14 Bürgermeister stellen, darunter auch den der Hauptstadt Kathmandu, teilte die Nationale Wahlkommission mit. Die meisten der übrigen Sitze erhielten unabhängige Kandidaten. Ein Bündnis aus sieben Parteien und die Maoisten hatten zum Wahlboykott aufgerufen. Nur rund 22 Prozent der 1,48 Millionen Wahlberechtigten hatten am Mittwoch abgestimmt.

Die Kommunalwahl war die erste Wahl in dem südasiatischen Land seit der Machtübernahme durch Gyanendra vor gut einem Jahr und galt als Machtprobe zwischen dem König und dem Parteienbündnis. Die Maoisten hatten Kandidaten und Wählern mit Gewalt gedroht. Hunderte Bewerber hatten ihre Kandidatur aus Furcht davor zurückgezogen.

Die Parteien hatten kritisiert, die Wahl diene dem Monarchen nur dazu, seine Machtübernahme zu legitimieren. Die Maoisten kämpfen seit zehn Jahren für ein kommunistisches Regime in Nepal. Bei dem Konflikt sind bisher mehr als 13.000 Menschen ums Leben gekommen. (apa)