Das liberale Bündnis ist nach amtlichem Endergebnis die stärkste Kraft in Libyen. Die Partei des früheren Ministerpräsidenten Mahmoud Jibril hat 39 Sitze im Allgemeinen Nationalkongress errungen und somit Sieger der Abstimmung vom 7. Juli. Jibril gilt damit als Favorit für den Posten des Ministerpräsidenten.
Allerdings muss seine Partei dafür ein Bündnis mit unabhängigen Kandidaten schmieden. Seine Partei setzt sich aus unterschiedlichen Fraktionen und Persönlichkeiten zusammen und wird als progressive Gruppierung innerhalb der politische Landschaft Libyens betrachtet, allerdings weist sie die Bezeichnung "säkular" zurück und beschreibt sich selbst als moderat islamisch. Ihrem Programm folgend soll das islamische Recht Grundlage der Gesetzgebung sein, allerdings müsse der Staat die Rechte aller Religionen und religiösen Gruppen respektieren.
Ringen um eine Mehrheit
Für politische Parteien, die es zuvor in den diktatorisch regierten Land nicht gab, waren bei dem Wahlgang 80 Sitze reserviert. Die übrigen 120 Sitze gingen an unabhängige Kandidaten. Deren politische Richtung war zunächst nicht klar, für die kommenden Tage und Wochen wird darum ein Ringen um eine Mehrheit in der künftigen verfassungsgebenden Versammlung erwartet. Die 200 Abgeordneten sollen eine Übergangsregierung ernennen und die Wahl eines Rates vorbereiten, der eine Verfassung für das nordafrikanische Land schreiben soll.
62 Prozent stimmten ab
Bei den Wahl, die am 7. Juli abgehalten wurden, gaben nach Angaben der Wahlkommission 62 Prozent der 2,8 Millionen registrierten Wähler ihre Stimme ab. Der nun gewählte Allgemeine Nationalkongress in Tripolis löst den Übergangsrat ab, den Funktionäre und Aktivisten während der Revolution informell gebildet hatten.