VW schickt 61.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit:
Die Fließbänder stehen für eine Woche still

Europas größter Autobauer rechnet mit Mega-Verlust Auch BMW und Daimler greifen zur Kurzarbeit

VW schickt 61.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit: 
Die Fließbänder stehen für eine Woche still © Bild: APA/DPA/Luebke

Bei Europas größtem Autobauer Volkswagen gibt es erstmals seit 25 Jahren wieder in mehreren Werken Kurzarbeit. Von heute an bleiben die Bänder vor allem im Fahrzeugbau für fünf Tage stehen. Betroffen sind rund zwei Drittel der 92.000 Beschäftigten in den deutschen Werken, also rund 61.000 Mitarbeiter. Die Sparte Forschung und Entwicklung sowie Teile der Komponentenfertigung bleiben von der Regelung unberührt. Auch Aus-und Weiterbildung laufen weiter. Nach der Kurzarbeitsphase wird die Arbeit mit der Nachtschicht am 1. März wieder aufgenommen.

Auch andere Autobauer wie BMW und Daimler greifen zu Kurzarbeit, um angesichts der dramatischen Absatzkrise vor allem in den wichtigen Märkten USA, Westeuropa und Japan gegen Überkapazitäten zu kämpfen. Viele Zulieferer haben ebenfalls ihre Produktion gedrosselt und schicken die Belegschaften in Kurzarbeit.

Auch Audi in Bedrängnis
Das Audi-Werk im ungarischen Györ führt heute ebenfalls Kurzarbeit ein. Die Fahrzeug- und Motorenfertigung werde "im Einklang mit den Standorten der deutschen Konzernmutter bis zum 28. Februar stillgelegt". Bei Audi in Györ standen die Bänder wegen der weltweit schlechten Absatzlage bereits von Mitte Dezember bis Mitte Jänner still. Das Werk beschäftigt rund 5.800 Mitarbeiter. Im Vorjahr wurden dort 1,9 Mio. Motoren und 60.000 Fahrzeuge gefertigt.

VW rechnet mit Absatzeinbruch
   Volkswagen rechnet für das laufende Jahr angesichts der trüben Branchenaussichten früheren Aussagen zufolge mit einem konzernweiten Absatzeinbruch um zehn Prozent. Ein VW-Sprecher sagte, die Kurzarbeit betreffe vor allem die Fahrzeuge produzierenden Werke, also das Stammwerk Wolfsburg sowie die Fabriken in Emden, Hannover, Zwickau und Dresden. Keine Angaben gab es darüber, wie stark die Autoproduktion sinken soll. Gefragt sind derzeit wegen der Abwrackprämie vor allem Kleinwagen wie etwa Fox und Polo, die jedoch nicht in Deutschland gebaut werden.

Betriebsrat stimmte Kurzarbeit zu
   Der Betriebsrat hatte der Kurzarbeit zugestimmt. Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte, die aktuelle Marktlage habe auch Auswirkungen auf VW. Die Überstundenkonten seien mittlerweile weitestgehend abgebaut. Den Beschäftigten entstünden keine Nachteile, denn VW stocke das Kurzarbeitergeld weitgehend auf.

   Der VW-Konzern hatte im vergangenen Jahr gegen den Branchentrend noch einen Absatzrekord erzielt. Der Konzern lieferte weltweit 6,23 Mio. Fahrzeuge aus. Das waren 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings hatte VW im Jahresverlauf deutlich an Wachstumstempo verloren. (apa/red)

Wirtschaft