Vor Sotschi hängt der Haussegen schief:
Sportnation Russland steht unter Zugzwang

Schlechtes Abschneiden in Kanada sorgt für dicke Luft Rückkehr an Spitze dauert laut Minister noch Jahre

Vor Sotschi hängt der Haussegen schief:
Sportnation Russland steht unter Zugzwang © Bild: GEPA/Presswire

Einen Tag, nachdem sich Präsident Dmitri Medwedew in die Diskussion über das schlechte Abschneiden der russischen Sportler bei den Olympischen Spielen in Vancouver eingeschaltet und die verantwortlichen Sportfunktionäre zum Rücktritt aufgefordert hatte, meldete sich Sportminister Witali Mutko zu Wort. Mutko machte seinen Landsleuten wenig Mut, dass Russland bis zu den Heimspielen 2014 in Sotschi wieder zu einstiger Stärke zurückfinden würde.

Nach dem schlechtesten Olympia-Ergebnis ihrer Geschichte können Russlands Wintersportler nach Ansicht von Mutko erst in acht Jahren in die Weltspitze zurückkehren. Erst 2018 sei die Erneuerung des russischen Leistungssports abgeschlossen. Das sagte Mutko am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax. "Es gibt keine Wunder im Sport." Russland hatte mit insgesamt 15 Medaillen, darunter nur dreimal Gold, sein selbstgestecktes Ziel von 27 bis 31 Medaillen klar verfehlt.

Mutko steht deshalb in Russland stark in der Kritik. "Unser Ergebnis bei Olympia war kein Fiasko, es war objektive Realität", sagte Mutko. Der Sportminister reagierte zudem zurückhaltend auf die Rücktrittsforderung von Kremlchef Medwedew. Er könne seinen Posten zur Verfügung stellen, sagte Mutko, "aber ob der Sport davon profitiert, weiß ich nicht."

(apa/red)