Vogelgrippe vor den Toren Österreichs: Fall
im slowenischen Grenzgebiet zur Steiermark

Bei Schwan wurde bereits H5N1-Virus nachgewiesen Überwachungszone eingerichtet: Österreich betroffen

Die auch für den Menschen gefährliche Variante der Vogelgrippe scheint ersten Erkenntnissen des österreichischen Gesundheitsministeriums zufolge das österreichische Grenzgebiet erreicht haben. Bei einem verendeten Schwan in Slowenien wurde das H5N1-Virus festgestellt, teilte das Ministerium mit. Endgültige Sicherheit sollen abschließende Laboruntersuchungen Anfang der Woche bringen.

Proben zur Bestätigung der Diagnose wurden bereits an das EU-Referenzlabor in Weybridge übermittelt. Das Ministerium wies erneut daraufhin, dass es sich bei der "Geflügelpest um eine Tierseuche handelt, und für den Menschen keine Gefahr besteht."

"Wir erwarten die Ergebnisse im Laufe einer Woche, (...) weil das das Referenzlabor der Europäischen Union ist, in das auch andere Staaten ihre Proben schicken und sie dort jetzt gerade viel Arbeit haben", sagte die Direktorin der slowenischen Veterinärbehörde, Vida Cadonic Spelic, am Montag in Laibach.

Verwirrung um Fundort des toten Schwans
Um den genauen Fundort des an Vogelgrippe verendeten Schwanes unweit der österreichischen Grenze in Slowenien gab es Anfangs Verwirrung. Laut österreichischem Gesundheitsministerium hatte der Landwirt das Tier in Koblerjev zaliv (Kobler-Bucht) im Stadtgebiet von Marburg entdeckt. Er hatte den Kadaver zu seinem Hof in St. Primoz transportiert und erst dort den Behörden übergeben.

Auch ein Sprecher der EU-Kommission nannte gegenüber der APA Koblerjev zaliv als Fundort. Zudem ist laut seinen Angaben bisher auch nur der H5-Stamm bei dem Tier nachgewiesen worden. Eine genaue Diagnose aus dem Labor in Weybridge werde für Montag erwartet.

Überwachungszone eingerichtet
In beiden Fällen würde die zehn Kilometer umfassende Überwachungszone bis nach Österreich reichen. Es wären allerdings unterschiedliche Gemeinden von den Maßnahmen betroffen - im Falle von St. Primoz vor allem südliche Gebiete der Steiermark im Raum Eibiswald. Koblerjev zaliv liegt weiter östlich.

Eine ganz Österreich umfassende Stallpflicht ist derzeit laut österreichischem Gesundheitsministerium nicht vorgesehen. Über eine entsprechende Maßnahme in den Risikogebieten werden die Experten Anfang nächster Woche entscheiden.

Ferrero-Waldner: EU "gut vorbereitet" auf Vogelgrippe
In Hinblick auf die ersten Fälle von Vogelgrippe in der Europäischen Union erklärte EU-Außenkommissarin Benita Ferrero Waldner, dass die EU "gut vorbereitet" sei. "Wir haben präventive Maßnahmen bereits ergriffen", betonte die Kommissarin im Pariser Radiosender "Europe 1" und fügte hinzu, dass sich ein EU-Komitee nächste Woche mit dem Problem befassen wird.

Ferrero Waldner bezeichnete die Lage als "sehr ernst", betonte allerdings auch, dass alle Maßnahme ergriffen worden seien, um die Lage in den Griff zu bekommen. Die EU-Kommission werde sich vor allem darum bemühen, die Maßnahmen der einzelnen Länder zu koordinieren. "Zum Glück sind bisher nur Zugvögel und nicht Zuchtgeflügel von dem Virus betroffen", sagte die EU-Kommissarin und fügte hinzu, dass "keine Ansteckungsgefahr" auf dem Ernährungsweg durch Geflügel oder Eier bestehe. "Ich selbst habe Eier gegessen, bevor ich hier herkam, weil es schneller ging", sagte Ferrero-Waldner.

Weiterer H5N1-Fall bei Wildgans in Griechenland
In Griechenland haben Experten bei einem weiteren Wildvogel die gefährliche Vogelgrippe-Variante H5N1 gefunden. Es ist das vierte infizierte Tier in dem Land, nachdem die Vogelgrippe am Wochenende bereits in drei verendeten Wildschwänen nachgewiesen worden war.

"Das EU-Labor in London hat den krankheitserregenden H5N1-Virustyp in Proben der Wildgans von Skyros gefunden", teilte das griechische Landwirtschaftsministerium am Montag mit. Die Insel Skyros liegt in der Ägäis. Die mit der Vogelgrippe infizierten Wildschwäne waren etwas nördlicher am Golf von Thermaikos gefunden worden. Zusammen mit den sechs H5N1-Fällen bei Wildschwänen in Italien war es das erste Mal, dass der auch für Menschen gefährliche Virustyp bei Tieren innerhalb der EU nachgewiesen wurde. (apa/red)