Vogelgrippe in Steiermark weitet sich aus: Landesrat fordert landesweite Stallpflicht

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Vogelgrippe in Steiermark weitet sich aus: Landesrat fordert landesweite Stallpflicht

Nach dem fünften Geflügelpest-Verdachtsfall in der Steiermark forderte der steirische Agrarlandesrat Johann Seitinger (V) eine landesweite Stallpflicht. "Man darf nicht das geringste Risiko eingehen", sagte der Landesrat. Er werde Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) um eine sofortige Ausweisung des gesamten Landes Steiermark als Risikogebiet ersuchen.

Diese Maßnahme sei auf Grund des positiven Testergebnisses bei jener Moschus-Ente, die im Areal der Schlossanlage in Herberstein gefunden wurde, notwendig, betonte Seitinger. Drei Proben von toten Moschus-Enten seien von der Bezirkshauptmannschaft Hartberg zur Untersuchung an die AGES in Mödling gesendet worden. Bei einer Ente war das Testergebnis positiv, bei den zwei weiteren Enten negativ.

Diese Wildvögel hätten ihre Raststätten in der Feistritzklamm, einem frei zugänglichen Gebiet, das im Areal der Schlossanlage Herberstein liegt. Alle notwendigen Maßnahmen seien umgehend durch die Veterinärbehörde getroffen worden, erklärte der Landesrat.

Obwohl die Experten und die Veterinärmediziner laut Seitinger nach wie vor der Meinung seien, dass die bisher ausgewiesen Risikogebiete vollkommen ausreichend wären, wolle er "nicht einmal mehr das geringste Risiko eingehen". Der Schutz der Menschen und Tiere habe absolute Priorität. Er ersuche daher Bundesministerin Rauch-Kallat um eine sofortige Ausweisung des gesamten Landes Steiermark als Risikogebiet und damit der Einführung der Stallpflicht für Geflügel im ganzen Bundesland.

Erstmals Ente infiziert
Beim fünften Verdachtsfall in der Steiermark handelt es sich erstmals nicht um einen Schwan, sondern um eine Moschus-Ente und erstmals stammt das Tier nicht aus dem Stausee Mellach südlich von Graz, sondern aus dem Raum Hartberg. Das Gesundheitsministerium teilte in einer Aussendung mit, dass bei der Moschus-Ente vom AGES-Labor in Mödling das für den Menschen gefährliche Vogelgrippevirus H5N1 nachgewiesen wurde.

Diese Wildvögel haben ihre Raststätten in der Feistritzklamm, einem frei zugänglichen Gebiet, das im Areal der Schlossanlage Herberstein liegt. Von der Bezirkshauptmannschaft Hartberg waren insgesamt drei Proben von toten Moschus-Enten zur Untersuchung an die AGES gesendet worden. Bis jetzt liege bei einem der drei Tiere ein positives Ergebnis vor, die Untersuchungen an den beiden anderen Tieren habe kein eindeutiges Ergebnis ergeben. Das Ministerium betonte, dass alle notwendigen Maßnahmen durch die Veterinärbehörde getroffen worden seien.

Burgenlands Grüne kritisieren "überfallsartige" Stallpflicht
Die mit Samstag 0.00 Uhr geltende generelle Stallpflicht im Burgenland kritisierte der Agrarsprecher der Grünen Josko Vlasich als "überfallsartige" Einführung. Den Tierhaltern fehle die Zeit, diese kurzfristige Maßnahme umzusetzen, so Vlasich in einer Aussendung heute, Samstag. "Unverständlich" ist ihm auch der "Alleingang des Burgenlandes", wodurch Konsumenten verunsichert würden.

"Eine rechtzeitige Vorwarnung hätte zumindest den Selbstversorgerinnen eine Übergansfrist von ein paar Tagen gewährt, um sich mit der Situation zurechtfinden zu können", erklärte Vlasich. Kleinhalter würden, so wie im vergangenen Herbst, vor dem Problem stehen, für ihre Tiere nur kleine Nachverschläge zur Verfügung zu haben, die für wochenlange Haltung völlig ungeeignet seien.

"Abgesehen davon ist der Alleingang des Burgenlandes unverständlich und die besonnene Haltung und Arbeit der Ministerin Rauch-Kallat wird dadurch torpediert. So werden die Konsumentinnen höchstens verunsichert", so der Agrarsprecher.

Kärntner Hendl in den Stall
Die Stallpflicht für Geflügel wird in Kärnten ausgeweitet und gilt jetzt in acht von zehn Bezirken flächendeckend. "Zum Schutz des heimischen Geflügels und auf Grund der steigenden Frequenz der Vogelzüge haben wir beim Gesundheitsministerium eine Empfehlung für eine allgemeine Stallpflicht für Kärnten abgegeben", informierte Agrarlandesrat Josef Martinz (V). Jetzt liege die neue Verordnung für fast ganz Kärnten vor.

Konkret gilt die Stallpflicht für Geflügel bis 30. April dieses Jahres. Martinz wies darauf hin, dass Kärnten über sehr viele Wasserflächen verfüge: "Nur so können wir unser heimisches Geflügel wirklich schützen und dem Ausbreiten der Vogelgrippe entgegentreten."
(apa/red)