Vogelgrippe-Fall in Slowenien: Steiermark verhängt in Grenzregion wieder Stallpflicht

Im gesamten Bundesland sind 250 Halter betroffen Landesweite Stallpflicht erst bei gehäuftem Auftreten

Vogelgrippe-Fall in Slowenien: Steiermark verhängt in Grenzregion wieder Stallpflicht

Die Vogelgrippe steht offenbar vor der Tür: Wegen des Verdachtsfalls im benachbarten Slowenien ist in der Südsteiermark eine Überwachungszone eingerichtet worden, die sechs Gemeinden in der Grenzregion umfasst und in der unter anderem eine Stallpflicht verordnet wurde. Proben des in Slowenien verendeten Tieres werden unterdessen im EU-Referenzlabor untersucht.

Die Stallpflicht wird in ganz Österreich erst dann wieder eingeführt, wenn hier zu Lande H5N1-Fälle gehäuft auftreten, sagte Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) bei einer Pressekonferenz am Montagnachmittag in Wien.

Bestätigt sich der Verdacht und es handelt sich bei dem Schwan aus Slowenien um den Erreger H5N1, werde in festgelegten Risikogebieten Österreichs die Stallpflicht erlassen. Für Tierschauen müsste dann beim Amtstierarzt eine Genehmigung eingeholt werden, sagte Rauch-Kallat.

Wird der Vogelgrippe-Virus H5N1 bei einem Tier in Österreich nachgewiesen, tritt eine am Montagvormittag von der Gesundheitsministerin erlassene Verordnung in Kraft. Darin wird vorgeschrieben, dass im Umkreis von drei Kilometern zu dem Fundort eine Schutzzone gezogen werden muss und innerhalb eines Radius von zehn Kilometern das Geflügel in der so genannten Überwachungszone unter anderem nicht mehr im Freien gehalten werden darf.

Agrarlandesrat und LWK-Präsident wollen beruhigen
Der steirische Agrarlandesrat Hans Seitinger (V) und Landwirtschaftskammerpräsident Gerhard Wlodkowski warnten vor unbegründeter Panik. "Die Bauern in der steirischen Überwachungszone halten alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen ein. Bauern, Landwirtschaftskammer und Veterinärbehörden arbeiten eng zusammen", erklärte Wlodkowsi. Die Landwirtschaftskammer richtete eine Service-Hotline (Tel. 0316/8050-1223) ein.

Die aktuelle Überwachungszone verläuft im Umkreis von zehn Kilometern rund um den slowenischen Ort Sveti Primoz. Laut Verordnung umfasst sie die südsteirischen Gemeinden Soboth, St. Oswald ob Eibiswald, Wernersdorf, Aibel, Eibiswald, und Großradl. Insgesamt liegen 250 Geflügelhalter mit rund 10.000 Stück Geflügel in der Zone, wobei vier Freiland-Betriebe mit zusammen 3.500 Stück die Hauptbetroffenen sind.

Die Überwachungszone streift auch Unterkärnten, in dem betreffenden Gebiet, einem Teil von Lavamünd, gibt es jedoch weder Ortschaften noch Gehöfte. "Wir werden allerdings in der Gemeinde Lavamünd, die nicht auf der Liste des Ministeriums steht, durch Tierärzte Kontrollen bei den Geflügelhaltern vornehmen", kündigte Agrarreferent Josef Martinz (V) an. Der am Wochenende an der Drau gefundene tote Schwan wird in einem Labor in Mödling untersucht, Ergebnisse gab es vorerst nicht. Die Kärntner Bevölkerung wird von den Behörden um Mithilfe gebeten. So sollen Funde von toten Wasservögeln unbedingt gemeldet werden. (apa/red)