Vignetten-Preller: Im abgelaufenen Jahr wurden deutlich mehr Mautsünder erwischt

20-prozentige Steigerung gegenüber Jahr 2004 Vor allem Ausländer sind ohne "Pickerl" unterwegs

Bei ihrer Einführung wollte die Mautvignette nicht so recht kleben, nun verzichten immer mehr Autofahrer auf das Pickerl: 70.000 erwischte Sünder bedeuten mit 8,3 Mio. Euro Ersatzmaut im Vorjahr eine 20-prozentige Steigerung gegenüber 2004. Dieses Plus führte ASFINAG-Sprecher Marc Zimmermann u.a. auf frei gewordene Überwachungskapazitäten durch weniger Lkw-Preller zurück.

Vor allem Ausländer, sie machen etwa 60 Prozent aus, sind "ohne" unterwegs. Davon stellen 15.000 ertappte Deutsche den Löwenanteil, gefolgt von Schweizern und Franzosen. Am erfolgreichsten beim Erwischen der internationalen Mautsünder sind die Vignetten-Sherriffs sowie die Exekutive auf der Ostautobahn sowie den Tiroler Transitstrecken. Österreicher werden hingegen vor allem auf Stadtautobahnen wie der Südosttangente ertappt.

Der ARBÖ sprach sich dagegen aus, den Maut-Sheriffs künftig einen Ermessens-Spielraum bei der Bestrafung von Vignettensündern einzuräumen. Diese zwar beeideten, aber dennoch privaten Organe sollen laut Novelle zum Bundesstraßen-Mautgesetz in Zukunft entscheiden können, ob sie ertappte Mautsünder sofort anzeigen oder - wie bisher - nur mit einer Ersatzmaut bestrafen. Ersteres kann bis zu 4.000 Euro kosten, letzteres 120 Euro.

Ausländische Sünder ungestraft
Gegenüber ausländischen Vignetten-Sünder seien Anzeigen erst recht kein taugliches Mittel, so ARBÖ-Generalsekretär Rudolf Hellar. Die Betroffenen könnten in ihren Heimatländern von den österreichischen Behörden nicht verfolgt werden.

Langsam wird es auch wieder Zeit, die Vignetten-Farbe zu wechseln. Mit 31. Jänner verliert Mintgrün (2005) seine Gültigkeit. Das neue goldgelbe Pickerl kostet für Pkw unverändert 72,60 Euro und ist bis 31. Jänner 2007 gültig. Man sollte rechtzeitig umsteigen, rät ÖAMTC-Juristin Ursula Zelenka: "Wer in der täglichen Hektik vergisst, die neue Vignette zu kleben, riskiert ärgerliche Strafen und sogar eine Anzeige."

In der jüngsten Vergangenheit haben übrigens E-Mails die Autofahrer verunsichert, in denen behauptet wurde, dass die Vignette unterhalb des Rückspiegels nicht geklebt werden darf. "Das ist völliger Unsinn, die Vorschriften zum Anbringen der Vignette sind unverändert", so Zelenka.

304 Millionen Einnahmen mit Vignette
Die Asfinag hat von Dezember 2004 bis Dezember 2005 mit der Pkw-Autbahnvignette 304 Mio. Euro eingenommen. Dies entspricht einer Steigerung von 2,5 Prozent (7 Mio. Euro) zum Vorjahresergebnis, teilte die Asfinag in einer Aussendung mit. Insgesamt wurden 19,2 Millionen Vignetten abgesetzt.

Gegenüber des Vergleichszeitraumes des Vorjahres erhöhte sich der Vignettenabsatz im abgelaufenen Vignettenjahr 2005 um 1,3 Prozent. Die höchste Steigerung verzeichnete dabei die Zwei-Monatsvignette mit 964.000 abgesetzten Produkten und einer Steigerung von 5,6 Prozent, berichtete Asfinag-Sprecher Marc Zimmermann auf APA-Anfrage. Der Ertrag aus der fahrdienstleistungsabhängigen Maut für Lkw und Busse betrugen 2005 rund 785 Mio. Euro, die der fahrleistungsabhängigen Mautstrecken für Pkw rund 110 Mio. Euro. Insgesamt lukrierte die Asfinag 2005 rund 1,2 Mrd. an Einnahmen.

(apa)