Verstümmelte Frauenleiche in OÖ.: Mehrere
Tattoos führten zu der Identität des Opfers!

Es dürfte sich um 21-jährige Salzburgerin handeln Frau bewegte sich vermutlich in der Punkerszene

Im Fall der Wasserleiche von Sarmingstein in Oberösterreich sind die Ermittler einen großen Schritt weiter gekommen. Es gelang ihnen, die Identität des Opfers festzustellen. Bei der Ermordeten handelt es sich offenbar um eine 21-jährige gebürtige Salzburgerin, die im Bezirk Krems in Niederösterreich lebte, teilte der oberösterreichische Sicherheitsdirektor Alois Lißl in einer Presseaussendung am Mittwoch mit.

Die Sicherheitsbehörden veröffentlichten ein Foto der 21-Jährigen. Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens hat die junge Frau die Haare etwas kürzer getragen als auf dem Bild. Am 9. Jänner, jenem Tag, an dem sie zum letzten Mal gesehen worden ist, trug sie eine Haube. Sie hatte einen olivgrünen Rucksack und eine olivgrüne Bauchtasche, beide mit der Aufschrift "WWF" bei sich.

Die Frau hatte nach der Pflichtschule die Handelsschule besucht, diese jedoch abgebrochen. Offenbar "um abschreckend auf ihr persönliches Umfeld zu wirken", habe sie sich die Tätowierungen, unter anderem mit Motiven aus "Herr der Ringe" auf dem Rücken und den Oberarmen machen lassen. Seit ihrem 17. Lebensjahr ließ sie ihren Körperschmuck - vorerst mit schriftlicher Zustimmung der Eltern - von einem niederösterreichischen Tätowierer ständig erweitern. Sie trug auch einige Piercings am Ohr und im Gesicht. Die 21-Jährige, die zuletzt ohne Beschäftigung war, ordnete sich selbst der Punkerszene zu.

Die Familie der Frau lebt ebenfalls im Bezirk Krems. Die Mutter hatte ihre Tochter am 9. Jänner zum Bahnhof in Krems gebracht. Seither war die junge Frau aber weder in ihr Elternhaus noch in ihre Wohnung zurückgekehrt. Die Mutter war wegen ihrer verschwundenen Tochter zwar mehrmals bei der Polizei. Da die Tochter aber oft mehrere Tage unterwegs war, ohne sich zu melden, wurde vorerst auf eine Vermisstenanzeige verzichtet.

Fernsehsendung führte zu Hinweis
Der entscheidende Hinweis kam nach einem ausführlichen Bericht in der ORF-Fernsehsendung "Thema" am Montag, in dem die auffälligen Tätowierungen der Frau gezeigt worden sind. Es meldete sich ein Zeuge, der angab, den Tätowierer persönlich zu kennen. So kamen die Ermittler auf die Identität des Opfers.

Straßenarbeiter hatten die enthauptete Frauenleiche, der auch die Hände abgeschnitten worden waren, vor eineinhalb Wochen in der Donau treibend entdeckt. Am Fundort konnten die Ermittler eine Hacke und eine Säge sicherstellen, die der Täter zum Verstümmeln seines Opfers verwendet hatte. Von dem Kopf und den Händen der Ermordeten fehlte bisher jede Spur. Derzeit haben die Ermittler noch keine Hinweise auf den Täter oder sein Motiv. Allerdings sahen sie von Anfang an den Schlüssel zur Klärung des Falles in der Identität des Opfers.

(apa/red)