Verstümmelte Frauenleiche in OÖ: Das Opfer wurde nicht am Fundort angezündet

Gefundene Benzinkanister gehörten dem Täter

Neue Erkenntnisse gibt es im Mordfall um die verstümmelte Frauenleiche, die in der Donau in Oberösterreich gefunden wurde. Die Polizei geht nun davon aus, dass der Mörder die immer noch unbekannte Frau nicht am Fundort angezündet und zerstückelt hat. Eine chemische Analyse identifizierte zwei am Fundort der Leiche sicher gestellte Benzinkanister eindeutig als jene, die der Täter zum Verbrennen seines Opfers benutzt hat, wie Oberösterreichs Sicherheitsdirektor Alois Lißl mitteilte.

Der Täter hatte die Leiche in einer Garage oder neben dem Haus zu verbrennen versucht, vermuten die Ermittler. Anschließend dürfte er die nackte Tote in ein Leintuch gewickelt haben und mit ihr an die Donau gefahren sei. Dort übergoss er die Kleidungsstücke des Opfers mit Benzin und zündete sie an. Die brennenden Textilien warf er ebenso wie die kopflose Leiche in den Fluss. Bisher waren die Kriminalisten davon ausgegangen, dass sich der Täter am Donauufer der Toten entledigt und sie dort auch angezündet hat.

Nicht nur die Leiche, sondern auch die Benzinkanister landeten im Wasser. Sie waren von den Ermittlern bereits am Montag gefunden worden. Damals stand aber noch nicht fest, ob sie tatsächlich dem Mörder gehört haben. Das hat erst eine chemische Analyse des Bundeskriminalamtes in Wien bestätigt. Derzeit versucht die Polizei herauszufinden, wo der Täter die Behälter erstanden bzw. befüllt hat. Fest steht jedenfalls, dass das fragliche Modell in Oberösterreich verkauft wird.

Eine große Hoffnung der Ermittler stellten von Anfang an die auffälligen Tätowierungen des Mordopfers dar, die u.a. ein Fabelwesen, eine Burg und einen Drachen zeigen. Bis Freitag gingen zwar zahlreiche Hinweise bei der Polizei ein, die Spuren verliefen aber alle im Sand. Auch der Künstler, der den auffälligen Körperschmuck geschaffen hat, blieb vorerst unbekannt. In zahlreichen Tattoo-Studios wurde den Beamten aber bestätigt, dass es sich um eine "perfekte Arbeit", die "sündteuer gewesen sein muss" handle, erklärte Lißl im Gespräch mit der APA.

Straßenarbeiter hatten die enthauptete Frauenleiche, der auch die Hände abgeschnitten worden waren, bei Sarmingstein (Bezirk Perg) in der Donau treibend entdeckt. Am Fundort stellten die Kriminalisten eine Hacke und eine Säge, die der Täter zum verstümmeln seines Opfers verwendet hat, sicher. Die Todesursache konnte vorerst nicht festgestellt werden. Da der Kopf der Frau verschwunden blieb, gingen die Ermittler davon aus, dass ihr der Täter schwere Schädelverletzungen zugefügt hat. Trotz der auffälligen Tätowierungen der Frau, war ihre Identität am Freitag nach wie vor ungeklärt. (apa/red)