Verstümmelte Frauenleiche: Möglicher Verbrennungsort bei Krumau/NÖ verbrannt

Verdächtige putzte in Nähe in Ferienhaus ihres Chefs Pflichtverteidiger: ""Indizienkette sehr löchrig"

Im Fall der verstümmelten Frauenleiche von Sarmingstein in Oberösterreich konnten die Ermittler eine Waldstelle in Krumau am Kamp im Bezirk Krems-Land in Niederösterreich ausfindig machen, an der die Leiche "höchstwahrscheinlich" verbrannt worden ist. Das teilte der oberösterreichische Sicherheitsdirektor Alois Lißl am Donnerstagmittag der APA mit.

Die Brandstelle wurde am Mittwochabend ausfindig gemacht, konnte aber wegen der einsetzenden Dunkelheit erst am Donnerstag untersucht werden. Leichenspürhunde waren im Einsatz. Der Verbrennungsort befindet sich in einem Wald. Die Verdächtige, für die die Unschuldsvermutung gilt, dürfte am 15. Jänner mit dem Auto dort hin gefahren sein. Die Leiche ihrer Tochter soll sie dann etwa hundert Meter in den Wald geschleift und dort angezündet haben, vermuten die Ermittler. Ob dem Opfer dort auch Kopf und Hände abgetrennt worden sind, ist unklar.

Auf die richtige Spur kam die Polizei, weil der Arbeitgeber der Verdächtigen in der Nähe ein Ferienhaus besitzt, in dem die Frau auch gelegentlich sauber machte. Daher nahm man an, dass sie mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut war.

Die mordverdächtige Mutter befindet sich nach einem Nervenzusammenbruch in der Linzer Landesnervenklinik. Über sie war am Freitag die Untersuchungshaft verhängt worden. "Ihre Verfassung ist sehr schlecht, was angesichts der Schwere der Vorwürfe nicht verwundert", sagte ihr Pflichtverteidiger, der Linzer Rechtsanwalt Kurt Lichtl. Er bezeichnete die Indizienkette gegen seine Mandantin als "sehr löchrig".

Die Frau steht unter dem Verdacht, ihre Tochter ermordet zu haben. Anschließend soll sie versucht haben, die Leiche zu verbrennen und - als das nicht gelang - Kopf und Hände mit einer Säge abgetrennt haben. Den Torso soll die Verdächtige in Oberösterreich bei Sarmingstein (Bezirk Perg) in die Donau geworfen haben. Dort wurde die Leiche am 16. Jänner von Straßenarbeitern im Wasser treibend entdeckt.

Eine ganze Woche lang blieb die Identität des Opfers ungeklärt. Erst die auffälligen Tätowierungen der Toten brachten die Ermittler auf die richtige Spur. Bald darauf stand fest: Es handelt sich um eine 21-jährige gebürtige Salzburgerin, die in Hadersdorf (Bezirk Krems) in Niederösterreich lebte.

Die Ermittlungen konzentrierten sich von Anfang an auf das persönliche Umfeld der Ermordeten. Bald geriet die Mutter unter Verdacht. Sie soll zwei Mal eine Abgängigkeitsanzeige, die der Vater der Toten erstatten wollte, verhindert haben. Außerdem war sie im Besitz des Handys ihrer - angeblich verreisten - Tochter. Darüber hinaus belasteten weitere Indizien die Frau: In ihrem Auto wurden das Blut ihrer Tochter gefunden, Tatwerkzeuge stammten nachweislich aus ihrem Besitz.

(apa/red)