Verstümmelte Donau-Frauenleiche:
Ermittler sind weiter auf Suche nach Motiv

Verhältnis Mutter und Tochter nicht ungetrübt Es gibt keine Hinweise auf weitere Tatbeteiligte

Im Fall jener getöteten jungen Frau, die vor zwei Woche in der Donau in Oberösterreich gefunden wurde, rätseln die Ermittler weiterhin, welches Motiv hinter der Tat stehen könnte. Am Montag wurden weitere Spurenauswertungen und Zeugenbefragungen durchgeführt, berichtete Sicherheitsdirektor Alois Lißl im APA-Gespräch. Das Verhältnis zwischen der Toten und ihrer Mutter, die am Freitag unter Mordverdacht festgenommen wurde, war offenbar nicht ungetrübt.

Die Suche nach dem Tatort beziehungsweise jener Stelle, an der die Leiche verbrannt worden ist, lief auf Hochtouren. Hinweise darauf, dass weitere Personen an der Tat beteiligt gewesen sein könnten, gebe es nicht, sagte Lißl. Zwischen Mutter und Tochter soll es oft zu Streit gekommen sein. Die Polizei musste aber nie einschreiten. Das 21-jährige Mordopfer galt als introvertiert und kontaktscheu. Die junge Frau hatte kaum Bekannte in ihrem Wohnort.

Die Mutter der Ermordeten sitzt seit Freitag in Untersuchungshaft. Sie wird verdächtigt, ihre Tochter getötet, verstümmelt, angezündet und in die Donau geworfen zu haben. Die Frau erlitt einen Nervenzusammenbruch und war bisher nur bedingt vernehmungsfähig.

Straßenarbeiter hatten die enthauptete, teilweise verbrannte Frauenleiche, der auch die Hände abgeschnitten worden waren, am 16. Jänner bei Sarmingstein (Bezirk Perg) in der Donau treibend entdeckt. Eine ganze Woche lang blieb die Identität des Opfers ungeklärt. Erst nach einem Fernsehbericht, in dem die auffälligen Tätowierungen der Ermordeten zu sehen waren, brachte ein Zeuge die Polizei auf die richtige Spur.

Die Ermittlungen konzentrierten sich von da an auf das persönliche Umfeld des Opfers. Zahlreiche Indizien brachten die Mutter unter Verdacht: Im Kofferraum ihres Autos wurde Blut der Ermordeten gefunden, außerdem war sie im Besitz des Handys ihrer - angeblich verreisten - Tochter. Laut Polizei versuchte sie mehrfach, eine Vermisstenanzeige, die der Vater erstatten wollte, zu verhindern. Auch Zeugenaussagen belasten die Frau schwer: Sie soll die am Fundort der Leiche entdeckten Benzinkanister gekauft und auch den dort sichergestellten Spaten besessen haben.

(apa/red)