"Verhandeln oder kämpfen": Laut Shimon Peres muss sich die Hamas entscheiden!

Bei Terror "werden wir ihnen keine Blumen schicken" Über den Iran: "Will die Weltherrschaft des Islam"

Nach Ansicht des früheren israelischen Ministerpräsidenten und Außenministers Shimon Peres muss sich die Hamas entscheiden, ob sie verhandeln oder kämpfen will. "Sie kann nicht beides haben. Die Palästinenser müssen sich klar werden, ob sie Terror oder Frieden wollen", erklärte Peres in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Presse".

"Wenn sie uns terrorisieren, werden wir ihnen keine Blumen schicken. Wenn sie sich dazu entscheiden, zu verhandeln, sind wir zu Gesprächen bereit", so der 82-jährige frühere Chef der Arbeitspartei und jetzige Führungspolitiker der neugegründeten Kadima.

Die Hamas habe nicht erwartet, die Wahl zu gewinnen. "Jetzt steckt sie in einem Dilemma: Wenn sie der Gewalt abschwört und Israel anerkennt, ist sie nicht mehr Hamas. Wenn sie Hamas bleibt, kann sie kein Verhandlungspartner sein und auch die Bedürfnisse der Palästinenser nicht befriedigen", meinte Peres. Aus dem Iran oder Saudiarabien könne die Hamas nicht viel Geld erwarten, diese Länder "waren schon bisher keine großen Geber".

Peres gegen EU-Finanzen für Hamas
Österreich dürfe als EU-Ratsvorsitzender nicht zulassen, dass mit EU-Geldern Terror finanziert werde und dass die Palästinenser geschlossene Abkommen nicht respektieren. "Die Welt ist heute nicht mehr in Nord und Süd geteilt, sondern in Terror und Antiterror. Wenn die Palästinenser Frieden wollen, sollten Österreich und die EU ihnen helfen, dieses Ziel zu erreichen", betonte Peres. Die EU sollte vor einem Einfrieren ihrer Finanzhilfe warten, bis es eine neue palästinensische Regierung gibt.

Zur jetzigen Lage Israels angesichts des Hamas-Sieges und der iranischen Drohungen sagte Peres: "Jede Situation ist herausfordernd...Unsere Nerven sind stark. Manche Palästinenser verstehen das und wollen auf Gewalt verzichten."

Peres zeigte sich zugleich überzeugt, dass der Iran die Atombombe anstrebt. "Iran beteuert, lediglich ein ziviles Nuklearprogramm zu haben. Gleichzeitig gibt das Land eine Menge Geld aus, um Langstreckenraketen mit einer Reichweite von 2000 Kilometern zu entwickeln. Das zeigt, dass Irans Regime globale, nicht nur regionale Ambitionen hat. Irans Regime will, dass der Islam die Welt beherrscht."

(apa/red)