"Väterchen Frost" bleibt unerbitterlich: Kältewelle hält Ost-Europa fest in Griff

Dacheinstürze in Polen, schon 740 Tote in Ukraine

Die seit drei Wochen über Osteuropa liegende arktische Kälte hat in der Ukraine mehr als 700 Menschen das Leben gekostet. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Kiew erfroren seit Mitte Jänner landesweit 740 Menschen. Die meisten Kälteopfer seien Obdachlose in den Industrieregionen Donekz und Charkow gewesen. Bei minus 30 Grad waren am Dienstag in der Stadt Altschewsk in der Ostukraine nach dem Bruch einer Fernwärmeleitung noch fast 300 Wohnhäuser ohne Heizung, meldete die Agentur Interfax.

In Polen lösten stundenlange Schneefälle am Dienstagmorgen ein Verkehrschaos aus. Vor allem im Nordosten des Landes blockierten stecken gebliebene Laster viele Straßen, berichtete die Polizei. In Nidzica in Masuren stürzte unter der Schneelast das Dach einer Halle ein, in der sich eine Lastwagenwerkstatt befand. Verletzt wurde niemand. In Zabrze in Oberschlesien brach das Dach einer leer stehenden Halle unter dem Gewicht des Schnees zusammen. Vor zehn Tagen waren beim Einsturz des Daches einer Messehalle in Kattowitz 63 Menschen gestorben. Im Südosten Polens an der Grenze zur Ukraine wurden bis zu minus 29 Grad gemessen.

Verkehrsprobleme in Griechenland
Schnee, Eis und Sturm behinderten auch in Griechenland den Verkehr. Nach Angaben des griechischen Zivilschutzes vom Dienstagmorgen wurden die Fährverbindungen zu und von den Ägäisinseln eingestellt. Im Norden des Landes seien durch Schnee und Eisglätte mindestens 50 Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten. Landstraßen in der Region seien nur noch mit Schneeketten befahrbar.

Schnee- und Eisglätte auf den Straßen waren am Montag und in der Nacht zum Dienstag vor allem im Osten Deutschlands die Ursache für schwere Verkehrsunfälle. In Mecklenburg-Vorpommern wurde ein junger Mann getötet, mehr als 30 Menschen wurden verletzt, teilte die Polizei am Dienstag mit. In Brandenburg ereigneten sich der Polizei zufolge 87 witterungsbedingte Unfälle.

Der Wechsel von Frost und Tauwetter war der Grund für den ersten Küstenabbruch auf Rügen: An der Steilküste der Halbinsel Jasmund stürzten östlich des Königsstuhls rund 100 Kubikmeter Kreide in die Ostsee.

(apa)