US-Wahl 2012 von

"Sandy"-Bonus?

Chancen nach Hurrikan gestiegen – Republikaner loben Krisenmanagement

Der Hurrikan "Sandy" hat die USA hart getroffen. Schaden, wenn auch in viel geringerem Ausmaß, nahm aber auch der Präsidentschaftskandidat der Republikaner, Mitt Romney. In den letzten Wochen hat er eine fulminante Aufholjagd hingelegt und ist Barack Obama immer näher gerückt. Doch mitten im Wahlkampf-Endspurt wirbelte der Sturm nun alle Pläne durcheinander. Der Wahlkampf musste pausieren und Obama kann sich als Krisenmanager profilieren. Romney muss weitgehend tatenlos zusehen, verschlimmerte seine Lage aber noch durch einige Fettnäpfchen, in die er trat.

Die Chancen von US-Präsident Barack Obama für einen Wiedereinzug ins Weiße Haus sind nach Ansicht von Politikberater Michael Spreng nach dem Hurrikan gestiegen. Spreng, der 2002 den Wahlkampf des deutschen Unionskanzlerkandidat Edmund Stoiber gegen SPD-Kanzler Gerhard Schröder managte, zieht Parallelen zur Situation damals, als Sachsen von einer Jahrhundertflut überschwemmt wurde.

Spreng sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Schröder und die SPD lagen hinter Stoiber zurück. Dann kam die Flut und Schröder nutzte die Chance. Er war mit Gummistiefeln auf den Deichen. (...) Er hat sich als Krisenmanager bewährt und hervorragend inszeniert. Und da war mir klar: Jetzt wird es schwer." Die Flut 2002 sei die Wiedergeburt von Schröder als handelnder Kanzler gewesen. "Es kann sein, dass die Naturkatastrophe in den USA Obama rettet und ihn wieder ins Weiße Haus spült."

Auch Barack Obama wusste die Katastrophe bislang für seinen Wahlkampf zu nütze. Er koordiniert den Katastrophenschutz und die Aufräumarbeiten und kann sich so als Krisenmanager profilieren. Obama bekommt viel Lob für sein Engagement und profitiert davon, dass unter seiner Amtszeit der Katastrophenschutz modernisiert wurde.

Nachdem Hurrikan Katrina 2005 New Orleans unter Wasser setzte und der damalige Präsident Bush mit der Kritik konfrontiert wurde, viel zu wenig unternommen zu haben, hat sich die Situation nun geändert. Die zuständige Behörde Fema wurde restrukturiert und arbeitete jetzt wieder professionell.

Unerwartetes Lob und Fettnäpfchen

Für den Kriseneinsatz bekam Obama nun Lob von unerwarteter Stelle. Der konservative Gouverneur des besonders betroffenen Bundesstaates New Jersey, Chris Christie, lobte den „großartigen“ Einsatz Obamas. Christie werden immer wieder Ambitionen auf die Präsidentschaft nachgesagt, dem jetzigen republikanischen Herausforderer Mitt Romney hat er aber jedenfalls einen Bärendienst erwiesen.

Dieser hat sich aber auch selbst in die Bredouille gebracht. Er veranstaltete in der „Wahlkampfpause“ wegen des Hurrikans Treffen die zum Spendensammeln für die Betroffenen einladen sollten. Einerseits wirken solche Treffen schnell unangebracht und wenig hilfreich, andererseits wurde bei einer dieser Veranstaltungen ein Lied mit der Liedzeile „knee depp in water“ gespielt, nicht unbedingt sehr feinfühlig.

Romney wollte Katastrophenschutz abschaffen

Das größte Problem ist aber, dass Romney sich im innerrepublikanischen Wahlkampf für die Nominierung als Präsidentschaftskandidat, für die Abschaffung des bundesweiten Katastrophenschutzes Fema ausgesprochen hat. Seiner damaligen Meinung nach, wären die Bundesstaaten besser geeignet gewesen, diese Aufgabe wahrzunehmen. Nun wo Fema als Ersthelfer überall in den USA aktiv ist, holt ihn diese unbedachte Aussage ein.

Kommentare

Hermann Gugger

die freiwilligen Helfer. Poltiker rühren sowieso keinen Finger und reden viel heisse Luft, dass ihnen irgendwan auch keiner mehr glabt.

Hermann Gugger

Die Politik kann nur dafür sorgen, dass genug Geld und personelle Ressourcen für den Kathastrophenschutz vorhanden ist. Das ist alles. Und das die leitenden Positionen in der FEMA mit befähigten Leuten besetzt werden. Ob der Präsident dann in einem Krisencenter sitzt und sich wichtig macht ist ein Getöse für die Medien und bringt in der Sache 0 Komma Josef. Denn die Arbeit machen die Fachleute und

zombie69

Die Rückkehr zur Normalität werden die Amis bestimmt schnell wieder finden. Zumindest im Gegensatz zu den fanatischen Spinnern in Syrien, Ägypten, Irak etc.

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