US-Soldat tötete gefangenen Iraker: Mit Kabel gefessel und mit Schlafsack erstickt

Gefangenen "schlimmer als einen Hund" behandelt Seit US-Einsatz mehr als 100 inhaftierte Iraker tot

Bei den Ermittlungen zur Misshandlung von irakischen Gefangenen durch die US-Streitkräfte ist der bisher ranghöchste US-Soldat schuldig gesprochen worden. Ein Militärgericht sah es als erwiesen an, dass Oberfeldwebel Lewis Welshofer im November 2003 bei einem Verhör den Tod von Generalmajor Abed Hamed Mowhush verursachte. Damals fesselte er diesen demnach mit einem Elektrokabel, stülpte ihm einen Schlafsack über den Kopf und setzte sich auf seine Brust, bis er tot war. Das Strafmaß muss erst verkündet werden. Es kann bis zu drei Jahren und drei Monaten Haft betragen.

Welshofers Anwälte machten vor dem Militärtribunal in Fort Carson im US-Bundesstaat Colorado geltend, dass Mowhush bereits vor diesem Verhör von anderen Ermittlern geschlagen worden sei und mehrere Rippen gebrochen hatte. Der Tod sei durch Herzprobleme des Generalmajors mitverursacht worden. Der Iraker war diesen Angaben zufolge auch von CIA-Agenten verhört worden. Er galt als früherer enger Vertrauter des irakischen Ex-Präsidenten Saddam Hussein.

Folter-Methoden verschwiegen
Welshofer habe den Generalmajor "schlimmer als einen Hund" behandelt, sagte der Anklagevertreter Tiernan Dolan. Seine "Folter"-Methoden habe er gegenüber seinen Vorgesetzten verschwiegen. Die Vorgänge ereigneten sich in einem Gefangenenlager nahe der syrischen Grenze, das von den US-Streitkräften als "Blacksmith Hotel" bezeichnet wurde. Welshofers Anwälte erklärten, die Methoden ihres Mandanten seien durch Anweisungen gerechtfertigt gewesen, in denen es geheißen habe, bei den Verhören sollten "die Handschuhe abgelegt werden".

Mehr als 100 Gefangene gestorben
Nach Erkenntnissen der Menschenrechtsorganisation Human Rights First kamen seit dem Beginn der US-Einsätze zur weltweiten Bekämpfung des Terrorismus mehr als 100 Gefangene ums Leben, in 27 Fällen sei von Totschlag auszugehen. Im April 2004 hatten Fotos von Gefangenenmisshandlungen durch US-Aufseher im Gefängnis von Abu Ghraib international Empörung ausgelöst. Die US-Soldatin Lynndie England wurde wegen des Folterskandals zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. (apa/red)