US-Skandal-Lobbyist Jack Abramoff: "Big Jack" jetzt auf dem Weg ins Gefängnis!

Zählte Politiker und Industrielle zur seinen Kunden

Jack Abramoff geht ein Ruf voraus wie Donnerhall. Lange Jahre galt er als der erfolgreichste und spendabelste Lobbyist unter den Tausenden von Interessenvertretern in Washington, wo sich alle danach drängen, auf Kongress und Ministerien Einfluss zu nehmen. "Big Jack" wurde er jahrelang von manchen in der US-Hauptstadt genannt - denn kaum einer lud ein zu solch edlen Empfängen, lukrativen Reisen oder attraktiven Sportveranstaltungen.

Abramoff (46) begann seine Karriere in der republikanischen Partei. Der in New Jersey geborene Rechtsanwalt war Vorsitzender des Studentenverbands der Partei und später Vorsitzender einer Pro-Reagan Lobbyisten-Gruppe "Bürger für Amerika". Während der Amtszeit von US-Präsident Ronald Reagan Mitte der 80er organisierte er für rechte US- Organisationen einen "Freiheitsgipfel" in Angola.

Der verheiratete Vater von fünf Kindern ist ein sehr vielseitiger, umtriebiger Mann: Anfang der 90er Jahr gründete er eine Akademie für orthodoxe Juden. Als Co-Produzent war er auch für mehrere Hollywood-Filme mitverantwortlich. 1994 startete er seine Lobbyistenkarriere in Washington. Seine Klienten waren Abgeordnete ebenso wie die Chemie- Industrie, afrikanische und asiatische Regierungen. Das große Geld floss aber erst, nachdem er die Vertretung der Interessen von Indianerreservaten übernahm und es um die Lizenzen und Steuern für lukrative Spielcasinos ging. Zu seinem eigenen Imperium gehören eine Flotte schwimmender Casinos und zwei Restaurants.

Seine stets umstrittenen Aktivitäten führten dann aber schließlich zu immer mehr Ermittlungen der Bundeskriminalpolizei FBI. Insbesondere bei der Interessenvertretung für die indianischen Casinos soll Abramoff Politiker geschmiert haben. Nun befindet sich der als Siegertyp gerühmte Lobbyist nach seinem Geständnis auf dem fast sicheren Weg ins Gefängnis. (apa)