Unwetter in Salzburg von

Evakuierungen und Muren

50 Personen wurden in Sicherheit gebracht. Muren waren bis zu sechs Meter hoch.

  • Bild 1 von 9 © Bild: APA/LPK FÜR STEIERMARK

    Heftige Regenfälle haben in der Steiermark im Bezirk Murau zu Überschwemmungen und Murenabgängen geführt.

Die Hagel und Starkregen sind in Göriach (Lungau) in Salzburg insgesamt vier Muren abgegangen. Die größte davon war rund 200 Meter lang und bis zu sechs Meter hoch, berichtete der Landesfeuerwehrverband Salzburg. Mehrere Pkw wurden mitgerissen bzw. verschüttet. 50 Personen mussten in Sicherheit gebracht werden. Auch in der Steiermark und Tirol ist es nach heftigen Regenfällen zu Murenabgängen gekommen.

Die Menschen wurden laut den Angaben der Feuerwehr mittels Hubschrauber und Feuerwehrfahrzeugen evakuiert. Zudem wurde demnach ein Pkw mit der Mure mitgerissen und landete in einem Bachbett. Die Insassen konnten sich selbst befreien. Zwei Fahrzeuge ohne Insassen sind unter der Mure begraben. Mindestens acht Pkw war der Weg aus dem Tal versperrt.

"Weltuntergangsstimmung"
"Murenabgänge in dieser Heftigkeit hat es hier noch nie gegeben. Es hat sich eine Weltuntergangsstimmung eingestellt. Aber Hauptsache, es ist niemand verletzt worden", zeigte sich Bürgermeister Reinhard Radebner erleichtert. Rund 60 Einsatzkräfte begleiteten insgesamt 55 Einheimische und Touristen aus dem von der Außenwelt abgeschnittenen "Hüttendorf" zu einem Sammelplatz in Göriach, wo sie vom Roten Kreuz betreut wurden. Elf vorwiegend ältere Personen wurden mit dem Polizeihubschrauber evakuiert. "Heute ist niemand mehr eingeschlossen", erklärte am Freitag Ortsfeuerwehrkommandant Alois Macheiner.

Blitz legte Seilbahn zur Eisenriesenwelt Werfen lahm
Außerdem hat ein Blitzschlag am Donnerstagnachmittag die Seilbahn zur Eisriesenwelt Werfen im Salzburger Tennengebirge lahmgelegt. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich rund 150 Personen im Bereich der Höhle und dem Ödlhaus unmittelbar bei der Bergstation (1.586 Meter). Da der Blitz erheblichen Sachschaden am Stromsystem anrichtete, entschloss sich die Betriebsleitung, sämtliche Besucher über den steilen Wanderweg talwärts zu schicken.

"Beim Versuch die Bahn nach dem Gewitter wieder einzuschalten, hat sich gezeigt, das ein Blitz in die Steuereinheit eingeschlagen ist." Die Besucher wurden darum in Gruppen von Höhlenführern, Seilbahnangestellten und Hüttenmitarbeitern 500 Höhenmeter steil nach unten geführt. "Wir haben das den Leuten angeboten, weil der rund einstündige Fußmarsch der schnellste Weg ins Tal ist." Nur einige gehbehinderte und gebrechliche Personen wurden via Notbetrieb mit der Gondel zur Talstation gebracht.

Alle Besucher kamen heil an und wurden mit Getränken und Essen versorgt. Einzig eine 30-jährige Urlauberin aus Deutschland verletzte sich beim Abstieg ohne Fremdeinwirkung am linken Bein. Sie wurde von den Höhlenführern per Trage zur Talstation getragen. Die Bergung der Gäste konnte gegen 18.30 Uhr abgeschlossen werden.

Überschwemmungen in der Steiermark
Heftige Unwetter führten auch zu Vermurungen und Überschwemmungen im Bezirk Murau (Steiermark). Gleich an zehn Stellen ist am Donnerstag die Turracher Straße (B95) im obersteirischen Bezirk Murau vermurt worden. Bis zu zwei Meter hoch und zehn Meter breit war das Erdreich auf die Fahrbahn abgerutscht. Die Insassen eines Fahrzeugs, das zwischen zwei Muren weder vor noch zurück konnte, mussten von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht werden, teilte die Sicherheitsdirektion Steiermark am Freitag mit.

Donnerstagnachmittag gingen im Bezirk Murau massive Regenfälle nieder. Gegen 18.00 Uhr konnte ein Hang an der B95 die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. Das Erdreich begann sich zu lösen und rutschte an mehreren Stellen und auf einer Strecke von knapp drei Kilometern auf die Straße. Der Katastrophenschutzreferent der Bezirkhauptmannschaft Murau musste eine Sperre der B 95 zwischen Turrach und Predlitz anordnen. Akut war am Freitag die Gefahr weiterer Murenabgänge, da der Untergrund aufgeweicht sei.

Jäger in Tirol offenbar von Blitz erschlagen
Ein 58-jähriger Jäger ist in Münster (Bezirk Kufstein) tot auf seinem Hochstand gefunden worden. Laut Polizei wurde der Mann vermutlich durch einen Blitzschlag getötet. Donnerstagabend waren zum Teil heftige Gewitter in Tirol niedergegangen. Die Leiche des Mannes war gegen 11.30 Uhr gefunden worden. Nach der sanitätspolizeilichen Obduktion, gingen die Beamten von Blitzschlag als Todesursache aus.

Erst Mittwochabend war ein 47-jähriger Einheimischer im Tiroler Kaunertal vom Blitz getroffen und getötet worden. Der Mann hatte gemeinsam mit seinem Sohn und zwei weiteren Begleitern zu Ehren des Pfarrers ein Feuer am Berg anzünden wollen. Dabei wurden sie von einem Gewitter überrascht. Der 47-Jährige erlitt durch den Blitzschlag einen Herz-Kreislauf-Stillstand, alle Reanimationsversuche blieben erfolglos.

Zum Teil heftige Gewitter haben auch kleine Murenabgänge und Schäden in Tirol verursacht. Die Feuerwehren mussten zahlreiche Keller auspumpen und umgefallene Bäume aus dem Weg räumen. Besonders betroffen waren Osttirol, das Wipptal und Teile des Unterlands.

In Osttirol wurde die Landesstraße nach Glanz verlegt. In Axams (Bezirk Innsbruck-Land) setzte ein Blitz ein Hausdach in Brand. In Jenbach (Bezirk Schwaz) ging eine Mure auf die Jenbacher Straße (L7) ab.

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