Unwetter in Pöchlarn von

Bub wurde Vollwaise

Tragisches Unglück: Nach Mutter auch Vater eines Achtjährigen tot - Kind schwerverletzt

Unwetter in Pöchlarn - Bub wurde Vollwaise © Bild: APA/Plutsch

Nach dem heftigen Mittelalterfest in Pöchlarn in Niederösterreich zwei Todesopfer und mehrere teils Schwerverletzte gefordert hat, bleibt der Schlosspark in der Stadtgemeinde gesperrt. Ein knapp acht Jahre alter Bub wurde durch das Unglück zum Vollwaisen. Das Kind ist unter den Schwerverletzten. Abgerissene Äste eines mächtigen Baumes waren auf Zelte gestürzt.

Die Ermittlungen würden auf Hochtouren laufen, hieß es vonseiten der Polizei Pöchlarn. Auch die Staatsanwaltschaft St. Pölten ist eingeschaltet. Landeshauptmann Erwin Pröll hat Soforthilfe für den Buben in Auftrag gegeben. Aus seinem Büro hieß es, dass das Kind finanzielle Unterstützung erhalten werde. Dem knapp Achtjährigen unter die Arme greifen wird auch "Hilfe im eigenen Land - Katastrophenhilfe Österreichischer Frauen". Die Organisation werde eine monatliche Patenschaft für die Dauer der kommenden zehn Jahre übernehmen, teilte Präsidentin Sissi Pröll mit. Auch der "Löwenherzfonds" des Vereins "Pro NÖ" hilft. 3.000 Euro werden zur Verfügung gestellt, teilte Präsident LHStv. Sepp Leitner in einer Aussendung mit.

Spendenkonto für Buben
Für den Buben, der bereits Anfang 2010 seine Mutter verloren hatte, wurde auch ein Spendenkonto eingerichtet - RZB, Kto.-Nr.: 1-04.101.010, BLZ 31000, Verwendungszweck: Lukas. Der Schüler erlitt bei dem Unglück schwere Kopfverletzungen. Er wird im Landesklinikum St. Pölten behandelt, wurde aber bereits auf die Kinderstation verlegt.

Weiteres Opfer
Das Unwetter-Unglück hat ein zweites Todesopfer gefordert. Ein Mann erlag am Montagabend im Krankenhaus Amstetten seinen Verletzungen, teilte die Landeskliniken-Holding mit. Ein 51-Jähriger aus Pöchlarn war in der Nacht auf Sonntag im Spital in St. Pölten gestorben. Ein knapp acht Jahre alter Bub, der selbst schwere Kopfverletzungen erlitt, ist seither Vollwaise.

Keine Hinweise auf Gefahr
Am Samstag gegen 18.00 Uhr waren im Zuge eines aufziehenden Unwetters orkanartige Böen aufgetreten. Das Unwetter sei "sehr schnell hereingebrochen", sagte der Melker Bezirkshauptmann Norbert Haselsteiner. Es habe keine Hinweise gegeben, dass von dem Baum Gefahr ausgehen könnte.

Sachverständiger soll Baum untersuchen
Dennoch erwägt die Staatsanwaltschaft St. Pölten nun die Beiziehung eines Sachverständigen. Der Gutachter solle den Baum untersuchen, von dem mächtige Äste auf Zelte gestürzt waren und Menschen unter sich begraben hatten. Mit Montagnachmittag seien außerdem noch Einvernahmen ausständig gewesen, erklärte die Leitende Staatsanwältin Michaela Schnell.

Sie tendiere zur Beiziehung eines Sachverständigen, der Auskünfte über die Beschaffenheit des Baumes geben solle, sagte Schnell zur APA. Bis zu einer derartigen Entscheidung bleibe der Schlosspark in Pöchlarn jedenfalls gesperrt.

Von Bedeutung seien außerdem Einvernahmen. Diesbezüglich gehe es ihr um die Veranstalter des Mittelalterfestes - von denen einer selbst schwer verletzt und nicht vernehmungsfähig sein soll - und der "für den Schlosspark Verantwortlichen", so Schnell.

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