Unter der Last des nassen Schnees: Dächer in Kärnten sind massiv einsturzgefährdet

Hunderte Feuerwehrleute sind im Räumeinsatz PLUS: Die BILDER vom Schneechaos in Österreich!<br>Nachschauen: Das Wetter in den kommenden Tagen

Hunderte Feuerwehrleute und eine Unzahl an Privatpersonen waren am Freitag in Kärnten damit beschäftigt, einsturzgefährdete Dächer von der zum Teil bis zu einem Meter hohen Schneelast zu befreien. Zahlreiche Flachdächer waren einsturzgefährdet. Verschärft wurde die Situation durch Regen in Teilen des Landes, wodurch der Schnee noch schwerer wurde.

In der Gemeinde Eberndorf ist das Dach eines Wirtschaftsgebäudes auf Grund der Schneelast teilweise eingestürzt. Die etwa 20 Rinder im Stall blieben unverletzt, da die Zwischendecke standgehalten hat.

Beim Abschaufeln seines Garagendaches ist am Donnerstagnachmittag ein 47 Jahre alter Maurer in Grafenstein (Bezirk Klagenfurt-Land) abgerutscht und mit dem Hinterkopf auf den Betonboden gestürzt. Er musste ins Krankenhaus gebracht werden. Ein 31-jähriger Villacher Geschäftsführer ist am Donnerstag vom Dach seines Betriebes gestürzt und hat sich den Knöchel am linken Fuß gebrochen. Er hatte versucht, ein Vordach mit einer Schneefräse frei zu räumen.

Graz: Dach einer Halle eingestürzt
In Graz ist am späten Donnerstagabend das Dach einer 1.500 Quadratmeter großen Garage offensichtlich unter der Last des nassen Schnees eingestürzt. Verletzt wurde niemand. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befand sich nur ein Auto in der Halle. Die Feuerwehr prüft derzeit, ob das ganze Gebäude einsturzgefährdet ist. Bei dem Dach handelt es sich laut ORF-Steiermark um ein Giebeldach, auf dem sich lediglich eine etwa 10-Zentimeter dicke Schneeschicht befand.

OÖ: Dach eines Stalles eingestürzt
Das Dach eines Stalles ist am Freitagnachmittag in Oberhofen am Irrsee (Bezirk Vöcklabruck) in Oberösterreich eingestürzt. Es hatte der etwa einen Meter dicken Schneedecke nicht mehr standgehalten. Über 20 Tiere konnten in Sicherheit gebracht werden, eine Kuh musste jedoch notgeschlachtet werden.

Im Stall befanden sich insgesamt 20 Kühe, ein Esel und mehrere Kleintiere, erzählte der Einsatzleiter Josef Berner im Interview mit dem ORF Radio Oberösterreich. Der Einsatz sei für die Helfer sehr gefährlich gewesen, denn auch die Außenmauern drohten einzustürzen. Sie mussten zuerst abgestützt werden, dann konnte mit den Bergungsarbeiten begonnen werden, sagte Berner.

Einige Kühe seien direkt unter dem Dachstuhl gelegen. Sämtliche Tiere konnten geborgen werden, eine Kuh musste jedoch auf Grund ihrer schweren Verletzungen notgeschlachtet werden.

Ein weiterer Dacheinsturz ereignete sich Freitagnachmittag in Hellmonsödt (Bezirk Urfahr-Umgebung). Dort hielt das Dach einer Scheune der schweren Schneelast nicht stand. Es entstand jedoch nur Sachschaden.

(apa/red)