Unnötige Spritzen verabreicht: Kranken-schwester sitzt wegen Mordversuchs in Haft

Muskel lähmendes Medikament wurde verabreicht Deutsche schon seit April vom Dienst suspendiert

Eine 42-jährige Krankenschwester einer Klinik in Tuttlingen (Baden-Württemberg) in Deutschland sitzt wegen des Verdachts des versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft. Die Frau soll auf der Intensivstation des Klinikums in mindestens zwei Fällen ohne medizinischen Grund ein Muskel lähmendes Medikament gespritzt haben, das zum Tod durch Atemstillstand hätte führen können. Die Opfer, zwei Männer im Alter von 69 und 77 Jahren, wurden durch ein Gegenmittel gerettet, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Insgesamt gehen die Ermittler sieben Fällen nach.

Die Krankenschwester bestreite die Vorwürfe, sagte der Leiter der Rottweiler Staatsanwaltschaft, Albrecht Foth. Warum sie den Wirkstoff Succinylcholin (Handelsnamen Lysthanol und Pantolax) gespritzt habe, der beispielsweise beim Intubieren helfe, die Muskeln erschlaffen zu lassen, habe sie nicht gesagt. Der 69-jährige Patient starb rund drei Wochen später, ohne dass bisher ein direkter Zusammenhang mit dem unnötig verabreichten Präparat festgestellt werden konnte.

Die 42-Jährige arbeitete seit 1991 in dem Klinikum mit 240 Betten und war seit Bekanntwerden der ersten Verdachtsmomente Ende April 2005 vom Dienst suspendiert worden. Auf die Spur der Krankenschwester waren die Behörden durch Hinweise von Kollegen der Verhafteten sowie von Patienten selbst gekommen. Drei der sieben Patienten, deren Krankengeschichte untersucht wird, sind inzwischen gestorben. (apa)