Unglück im Stollen: 7 Tote bei schwerer Explosion in einem rumänischen Bergwerk!

Heftige Kritik an Schlamperei bei der Sicherheit

Bei einem schweren Unglück sind in einem rumänischen Bergwerk sieben Arbeiter getötet worden. Fünf weitere wurden bei der Gasexplosion am Samstag in der Anina-Mine im Südosten von Rumänien verletzt. Mit mehr als tausend Metern Tiefe zählt das Bergwerk zu den tiefsten in Europa. Gewerkschafter beklagten skandalöse Mängel bei den Sicherheitsvorkehrungen des Bergwerks, das in den kommenden Monaten teilweise stillgelegt werden sollte. Zum Zeitpunkt der Detonation waren 200 Bergleute im Schacht. Präsident Traian Basescu und Ministerpräsident Calin Tariceanu besuchten den Unglücksort.

Der Vorsitzende der regionalen Bergarbeitergewerkschaft, Marin Condescu, warf dem Staat vor, seit 1975 "keinen einzigen Cent in die Sicherheit der Mine investiert" zu haben. "Die Bergleute arbeiten unter gefährlichen Bedingungen, sie haben nie Gewissheit, dass sie nach der Arbeit im Schacht wieder lebend herauskommen." Industrieminister Codrut Seres sagte bei einem Besuch am Unglücksort, möglicherweise könne die geplante Stilllegung vorgezogen werden. Die Behörden kündigten eine Untersuchung der Unglücksursache an.

Die Anina-Mine hatte in den vergangenen Jahren große Verluste eingefahren. Es war geplant, im Verlauf des Jahres mehrere Schächte stillzulegen und die Hälfte der 800 Arbeiter zu entlassen. Der gesamte rumänische Bergbausektor befindet sich in einer schweren Krise. Waren nach dem Ende des Kommunismus 1990 noch 180.000 Arbeiter in den Minen beschäftigt, sank ihre Zahl auf inzwischen nur noch 50.000. Arbeitervertreter wiesen immer wieder darauf hin, dass wegen der schlechten Ertragslage an den Sicherheitsvorkehrungen gespart werde.

(apa)