Ungebremst mit Auto in Hausmauer; Zwei Jugendliche tot, einer ist in Lebensgefahr

17-Jähriger stahl einer Bekannten den Autoschlüssel Fahrzeug wurde bei dem Horrorcrash völlig zerstört

Ungebremst mit Auto in Hausmauer; Zwei Jugendliche tot, einer ist in Lebensgefahr

Bei einem schweren Verkehrsunfall in Klagenfurt sind in der Nacht auf Sonntag zwei Menschen gestorben. Gelenkt hatte das Auto ein 17 Jahre alter Schüler aus Ferlach. Der Pkw krachte ungebremst gegen eine Hausmauer, das Fahrzeug wurde dabei völlig zerstört. Insgesamt befanden sich vier Jugendliche im Auto, einer von ihnen schwebte am Sonntag noch in Lebensgefahr.

Der Unglückslenker Enis M. hatte einer Bekannten, die ebenfalls aus Ferlach stammt, in einem Klagenfurter Lokal den Autoschlüssel aus der Handtasche gestohlen. Zuvor hatte er sie gebeten, ihm ihr Auto zu leihen, die Frau lehnte dieses Ansinnen jedoch kategorisch ab. Vor der Polizei sagte sie aus, sie habe Enis M. in St. Veit/Glan bei einer privaten Geburtstagsfeier getroffen. Dort hätte der Jugendliche "ein paar Bier" getrunken und sei dann mit ihr nach Klagenfurt gefahren. In dem Lokal habe er noch ein Bier getrunken. Sie selbst habe mit ihrem Freund an der Theke diskutiert und nicht auf ihre Handtasche geachtet. Daher habe sie auch den Diebstahl des Autoschlüssels nicht bemerkt.

Gemeinsam mit einem 18-jährigen Schüler aus Meiselding bei St. Veit fuhr Enis M. dann mit dem VW Passat der Frau in die Innenstadt. Sein Freund verständigte via Handy zwei weitere Freunde, beide 18 Jahre alt, dass Enis M. sie nach Hause fahren werde. Die beiden stiegen in der Innenstadt zu, der 17-Jährige raste los. Allerdings fuhr er nicht in Richtung St. Veit, sondern in Richtung Ferlach. Auf der Rosentaler Straße überholte er mit stark überhöhtem Tempo ein anderes Auto, wenig später verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug.

Der Wagen geriet ins Schleudern und krachte gegen eine Hausmauer, und zwar genau gegen die Kante. "Es hat furchtbar ausgesehen", sagte ein Beamter gegenüber der APA. "Das Auto war derartig zerstört, dass man nicht einmal mehr die Marke feststellen konnte." Die Feuerwehr schnitt das Wrack auf und barg den Lenker und einen der Beifahrer, beide hatten schwerste Verletzungen erlitten. Bevor die anderen Insassen aus den Überresten des Autos geholt werden konnten, musste die Feuerwehr das Wrack mit einem Kran von der Hausmauer ziehen.

Für den 18-jährigen Stefan H. aus Meiselding bei St. Veit kam die Rettungsaktion zu spät, er war bereits tot, als er aus dem Fahrzeug geholt wurde. Enis M. starb knapp vor 11.00 Uhr im Krankenhaus in Klagenfurt. Der dritte Jugendliche schwebte Sonntag am Nachmittag noch in akuter Lebensgefahr, der vierte erlitt ebenfalls schwere Verletzungen, sein Zustand war jedoch nicht lebensbedrohend. (apa)