"Unfalltod" entpuppt sich als Raubmord:
44-Jähriger in Kärnten offenbar umgebracht

Jugendliche sollen Mann in See versenkt haben Verdächtige in Haft. Mehrere Raubdelikte vermutet

Der Tod eines 44-jährigen Mannes aus Arnoldstein in Kärnten vor vier Monaten dürfte sich als Raubmord entpuppen. Der Mann war von einer Jugendbande ausgeraubt und erschlagen worden, die mutmaßlichen Täter sitzen in U-Haft.

Anfang Oktober war der 44-Jährige plötzlich verschwunden. Seine Frau erstattete Abgängigkeitsanzeige, eine Woche später fand ein Fischer die Leiche des Arnoldsteiners im Vassacher See bei Villach. Der Tod wurde als Unfall eingestuft, der Arbeiter sei mit schlechtem Schuhwerk ausgerutscht und ins Wasser gefallen. Das Opfer hinterließ nicht nur seine Frau, sondern auch zwei Kleinkinder im Alter von vier und 19 Monaten.

Laut Zeitungsberichten vom Dienstag wurde der Fall nach der Festnahme einer Jugendbande doch noch einmal genauer unter die Lupe genommen. Laut Staatsanwalt Emmerich Plach sei Fremdverschulden nie auszuschließen gewesen, die Ermittlungen weitergeführt worden.

Vor einigen Tagen wurde ein 15 Jahre alter Bursch verhaftet, er soll bereits ein Geständnis abgelegt haben. Seine zwei Komplizen, beide 19, sitzen bereits seit November 2005 in U-Haft. Damals waren sie wegen einer Serie von Raubüberfällen in Villach verhaftet worden. Sie hatten gemeinsam mit einigen Komplizen zwischen Mai und November insgesamt neun derartige Delikte verübt haben. Einige ihrer Opfer erlitten schwere Verletzungen.

Wie Oberst Hermann Klammer vom Kärntner Landespolizeikommando gegenüber der APA bestätigte, wurde im Zusammenhang mit den Ermittlungen in der Raubserie auch der Unfalltod vom Vassacher See noch einmal aufgerollt. "Das ist sicher ein schöner Ermittlungserfolg für die Villacher Kollegen", meinte Klammer.

(apa)