Über Fußball zu Restaurants: Harald Fischl übernimmt Kommando bei "Wienerwald"!

Ex-GAK-Präsident seit 1. Jänner bei Traditionsbetrieb BZÖ-Politiker: "Auf neue Konjunkturebene bringen"

Der Fürstenfelder Unternehmer Harald Fischl, als Chef der Kräutergarten-Gruppe Betreiber von Tages- und Pflegeheimen, hat die Restaurantkette "Wienerwald" übernommen. Er will das Unternehmen, das über 25 Standorte, darunter drei Hotels, "adaptieren, ergänzen und erweitern" und auf eine "neue Konjunkturebene" bringen. Geplant sei die Hereinnahme von strategischen Parntnern, so Fischl am Mittwoch.

Fischl bestätigte einen Bericht der "Kleinen Zeitung", dass er bei "Wienerwald" per 1.1.2006 alleine das Heft in die Hand genommen hat. Treuhändisch habe er das Unternehmen schon seit Mai des Vorjahres verwaltet, schon für den Voreigentümer Franz Kainz hatte er sich um die Finanzierung gekümmert. Kainz und einen weiteren Gastro-Fachmann will er, ebenso wie strategische Partner etwa aus der Lebensmittelproduktion, am von ihm nun selbst geführten Unternehmen beteiligen.

Künftig soll "Wienerwald" nach den Vorstellungen des neuen Eigentümers auf drei Schienen entwickelt werden: Mit den Hotels in Wien, Linz und Innsbruck will man in die drei- bis Vier-Sterne-Kategorie vorstoßen, die Restaurants sollen in Richtung konventionelle österreichische Küche weiterentwickelt werden ("Das Hendl gibt's weiter so wie es Österreich weiter geben wird") und die Sparte "Home Delivery" und "Fast Food" (derzeit 10.000 Kunden monatlich und 30 Prozent Marktanteil in Wien) soll weiter ausgebaut werden. Sechs bis sieben der Restaurant-Standorte sollen neu kommen, aber im lokalen Umfeld verbleiben.

Investieren will Fischl auch in den 350-köpfigen Mitarbeiterstab, besonders auch in Lehrlinge: "50 Prozent unserer Mitarbeiter sind mehr als zehn Jahre im Unternehmen - das ist ein USP". Aktuelle Zahlen zur "Wienerwald" will der neue Eigentümer nicht vorlegen. Die Kennzahlen von 2004 - damals verbuchte man ein Umsatzminus von 1,3 Mio. Euro auf knapp 18 Mio. Euro - seien aber 2005 "besser" geworden.

Einiges erwartet sich der frühere GAK-Präsident, Haider-Intimus und BZÖ-Funktionär (Bundesfinanzreferent, Gemeinderat) auch vom Zusammenspiel mit seinem zweiten Unternehmen, der Kräutergarten GesmbH, die er mit Gerhard Moser, dem Sohn des ehemaligen Bautenministers und Ex-Chef der steirischen Krankenanstalten, als 30-Prozent-Partner betreibt. Von der Wäscherei über Personalentwicklung und Marketing bis zum Einkauf sollen Synergien genutzt werden. Beide Unternehmen gemeinsam beschäftigten derzeit bei einem Umsatz von rund 40 Mio. Euro etwa 800 Mitarbeiter. (apa)