Über 1000 Medizin-Studenten bei Aufnahme- test in Graz: Nur 100 werden aufgenommen

Test dauert zwei Tage, Ergebnisse in einer Woche

Über 1.000 Studierende der Human- und Zahnmedizin an der Medizinischen Universität Graz (MUG) sind in der Grazer Stadthalle zum Aufnahmetest für den Aufstieg in das zweite Semester angetreten. Abgeprüft wird das Wissen aus drei Lernmodulen sowie am Dienstag detaillierte Inhalte des gesamten Semesters. Die Ausgangsbedingungen sind hart: Studiert wurde ein Semester lang über eine virtuelle Lernplattform, von allen Kandidaten können auf Grund des Studierendenrückstaus aus dem Vorjahr nur 100 aufgenommen werden.

"Wir sind erstaunt, wie diszipliniert und geordnet sich die Studierenden verhalten", resümierte der Vizerektor für Studium und Lehre, Gilbert Reibnegger, im APA-Gespräch. Anders als die anderen österreichischen Medizin-Unis hat die MUG die Studentenplätze nicht zu Beginn des Semesters limitiert, sondern sich für ein Reihungsverfahren aller Interessenten nach dem ersten Semester entschieden. An die 3.400 Studierende - davon ein Großteil aus Deutschland - haben sich daraufhin zu Semesterbeginn an der MUG angemeldet. Tatsächlich inskribiert hatten dann 1.269 und von der von der Hochschule zur Verfügung gestellten virtuellen Lernplattform "Virtueller medizinischer Campus" (VMC) Gebrauch gemacht.

Montagfrüh mit Beginn 9.00 Uhr waren beinahe alle 1.232 Sitzplätze in der zu einem riesigen Prüfungsraum umgestalteten Stadthalle vergeben. Konkrete Teilnehmerzahlen, die auch über die prozentuelle Teilnahme deutscher Studierender Auskunft geben, werden für den Lauf des Vormittags erwartet. Die Uni hat sich ihr Aufnahmeverfahren einiges kosten lassen: Alleine die Anmietung der Stadthalle für die beiden Tage kostete 66.000 Euro, weitere 9.000 Euro waren für Service- und Sicherheitsdienst aufzubringen.

Drei Prüfungen zu jeweils 75 Minuten, in denen je 60 Fragen im Multiple-Choice-Modus zu beantworten sind, hatten die Studierenden am ersten Prüfungstag zu absolvieren. Außer Kugelschreiber, Taschenrechner und Studierendenausweis durfte nichts in den Prüfungssaal mitgenommen werden. In den Pausen wurden die Prüflinge von Hochschülerschaftsvertretern kostenlos mit Trinkjoghurts, Traubenzucker und Energydrinks versorgt.

"Wir haben es hier mit dem harten Kern der Studierenden zu tun", so Reibnegger. Die Zugriffe auf den VMC würden schon zeigen, wie aktiv die Studierenden sich mit dem zur Verfügung gestellten Stoff auseinander gesetzt haben. Insgesamt habe es im Laufe des Semesters über 23 Mio. Zugriffe auf den VMC gegeben. (apa)