Der Thema "Glücksspiel" in die Sommerpause verabschiedet - allerdings nicht in Harmonie. Noch nach dem Ausschuss lieferten sich Stefan Petzner und Peter Pilz ein heftiges Verbalduell um den Ausschuss.
Der Grüne Abgeordnete Peter Pilz ist noch immer empört - und zwar über einen Antrag von SPÖ, ÖVP und BZÖ im Korruptions-Untersuchungsausschuss, dass weitere Aktenlieferungen für die bereits behandelten Untersuchungsgegenstände bis Ende Dezember gestoppt werden sollen. Diesen "Anschlag" habe man abwehren können, er gehe aber davon aus, dass es im Herbst, also nach der Sommerpause, weitere geben werde, etwa über Ladungslisten, meinte er am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.
Pilz meinte aber auch, der aktuelle U-Ausschuss sei der "erfolgreichste zumindest letzten 20 Jahre". Man sei jetzt aber möglicherweise "zu erfolgreich". Bei der ÖVP vermutet er Interesse, dass die "Akte Amon" nicht im Herbst dem Ausschuss übermittelt wird, die SPÖ wolle die Inseratenaffäre "durchpeitschen". Das BZÖ behindere aktiv die Aufklärung, dessen Mandatar Stefan Petzner sei in Bezug auf Korruption im Wesentlichen "Mitläufer und Mitwisser".
Pilz sieht Anschlag
Am gestrigen Mittwoch sei man im Ausschuss drei Minuten vor Ende der Sitzung "vollkommen überrascht" worden von dem besagten Antrag - ein "Anschlag auf die Arbeit des Ausschusses". Pilz sieht einen ersten Schritt zum "Abdrehen" des Ausschusses.
Die Aufregung des Grünen Abgeordneten Peter Pilz nicht verstehen können die Vertreter von SPÖ und BZÖ im U-Ausschuss. SPÖ-Fraktionsführer Otto Pendl sprach gegenüber der APA im Zusammenhang mit dem Antrag von einem "normalen Vorgang" und wollte nichts von einem "Abdrehen" wissen. Man könne nicht ununterbrochen mit Akten "zugeschickt" werden zu Themen, die Monate her seien.
Chill dein Leben
"Beim Kollegen Pilz gesellen sich zur narzisstischen Persönlichkeitsstruktur und gestern aufgetauchten Wahnvorstellungen Symptome eines Verfolgungswahns - das kann man behandeln, dafür gibt's Ärzte, Medikamente und Therapien", schoss BZÖ-Mandatar Stefan Petzner zurück
Zum Rechtsstreit könne er Pilz nur ausrichten: "Chill dein Leben!" Abermals sprach sich Petzner für eine rechtliche Prüfung durch einen unabhängigen Experten aus. Den Vorwurf, er sei "Mitläufer und Mitwisser" in Bezug auf Korruption, wies Petzner zurück: "Ich glaube, dass ich durch meine Aufklärungsarbeit das haargenaue Gegenteil bewiesen habe", die Bewertung überlasse er den Wählern.