Gestern war es soweit, die erste Folge von Two and a Half Men ohne Charlie Sheen dafür mit Neo-Zugang Ashton Kutcher flimmerte über die US-Bildschirme. Der erste Eindruck: Sheen wurde gar nicht so sehr vermisst - aber er war ja auch allgegenwärtig.
Die erste Episode der neunten Staffel startete mit Charlie Sheens, pardon, Charlie Harpers, Begräbnis. Der Womanizer wurde von seiner Nachbarin bzw. Stalkerin Rose in Paris auf die U-Bahn-Gleise gestoßen, nachdem sie erfuhr, dass er eine andere hatte. Natürlich war Sheen während des Begräbnisses nicht zu sehen. Neben dem Sarg hingen Bowlinghemd und Shorts, ganz wie er sie acht Jahre lang getragen hatte. Die Folge war voll von Anspielungen auf den Rauswurf Sheens nach Alkohol- und Sexeskapaden und der Beleidigung des Produzenten Chuck Lorre ("verseuchte kleine Made"). Und als die zahllosen Ex-Freundinnen die Leiche sehen wollen, sagt er: "Das geht nicht, wegen der Art seines Dahinscheidens".
Nackter Ashton
Mit der Urne in der Hand überlegt Alan später, ihn einfach am Strand beizusetzen. "Dann können junge eingeölte Mädchen auf dir sitzen - ganz wie früher." Auch das passt zu Charlie Harper wie zu Charlie Sheen. Alan verschüttet die Asche schließlich, als plötzlich Kutcher auf der Veranda steht. Er kauft nach eines missglückten Selbstmordversuchs im Meer aus Liebeskummer Harpers Haus und zeigt sich als künftiger Mitbewohner gleich mehrfach splitternackt. Wie es sich in den prüden USA so gehört, wurden gewisse Teile natürlich verpixelt.
"Zum Besten"
Und wie nahmen die US-Kritiker
den Wechsel
auf? Roberto Bianco von USA Today lobte Kutcher und Jon Cryer (Alan Harper) dafür wiederholt auf Waldens Geschlechtsteile anzuspielen und dennoch süß zusammen zu wirken. Bianco ist ohnehin der Meinung, die Show hätte eine Änderung von Nöten gehabt. Veränderung ist immer schwer, aber in diesem Fall war sie unvermeidbar und zum besten, so der Journalist.
Laut Washington Post konnte ohnehin nicht besonders viel schief gehen, denn die Show hätte sowieso nie komplizierte Plots gehabt und Kutcher zeigte nun, wie unkompliziert die Serie sei. Two and a half Men ist nie zu lustig, nie zu dumm, nie zu ungezogen, so Hank Steuver. Als besonderen Moment sah er allerdings jenen, kurz bevor Walden Schmidt zum ersten Mal auftauchte.
Penis- und Furz-Witze
Besonders gelobt wurde die erste neue Episode von der Chicago Sun-Times: Überraschenderweise ein guter Start, bedenkt man, dass die Episode mit einem traurigen Ereignis begann, so Lori Rackl, wenn auch die Penis- und Furz-Witze nicht besonders gut ankamen. Dennoch sei Kutcher der Ersatz Sheens geglückt.
"Lustig - wirklich lustig"
Und auch die Salt Lake Tribune und die Chicago Tribune hatten vorwiegend positives Feedback für die erste Kutcher-Folge von Two and a Half Men. Sie bezeichneten den Wechsel als vielversprechenden Start bzw. lustig wirklich lustig. Somit dürfte wohl alles gut werden für die von Skandalen gebeutelte Serie. Top-Kritiken und auch die
Versöhnung Sheens und Kutchers bei den Emmys
lassen auf eine gute Zukunft schließen wenn nun nicht nur alles zu brav wird.
Links:
"Two and a Half Men" auf CBS
Kritik in der "Washington Post"
"Chicago Sun-Times"
"Salt Lake Tribune"
"Chicago Tribune"
