Geheimdossier von

Russland soll über brisantes
Material gegen Trump verfügen

Obama und Trump über angeblich kompromittierende Informationen gebrieft

Geheimdossier - Russland soll über brisantes
Material gegen Trump verfügen © Bild: Drew Angerer/Getty Images

Nur zehn Tage vor Donald Trumps Angelobung als US-Präsident machen brisante Vorwürfe die Runde. Ein Dossier behauptet, russische Geheimdienste hätten gezielt belastendes Material gegen ihn gesammelt – unter anderem zum engen Kontakt seines Teams mit dem Kreml und einer Sex-Eskapade mit Moskauer Prostituierten. Der Inhalt ist unbestätigt, Trump spricht von "politischer Hexenjagd" und "Nazi-Deutschland".

Ein offenbar seit Monaten in höchsten amerikanischen Geheimdienst- und Politik-Zirkeln kursierendes Dossier mit sehr brisanten Behauptungen über das Privatleben, Finanzen und die Russland-Kontakte Donald Trumps ist – zehn Tage vor seiner Angelobung als Präsident – an die Öffentlichkeit gelangt. Wie CNN am Dienstag berichtete, brieften die vier wichtigsten US-Geheimdienstchefs Noch-Präsident Barack Obama und Trump letzte Woche persönlich über den Inhalt des Dossiers. Es besteht aus Memos, die großteils von einem ehemaligen Mitarbeiter des britischen MI6 stammen sollen. Er sei dem FBI generell als glaubwürdig bekannt, sagt CNN.

Unterstützung für Trump, um "den Westen zu spalten"

Den Memos zufolge sammelte Russland jahrelang gezielt belastendes Material gegen Trump, um ihn so erpressbar zu machen. Zugleich habe ihn die russische Regierung aber ebenso seit Jahren "herangezogen, gefördert und unterstützt", insbesondere mit Informationen versorgt. Auch während des Wahlkampfs habe es mehrere Treffen zwischen Trump-Mitarbeitern und russischen Regierungsvertretern gegeben. Dabei seien "Angelegenheiten von gegenseitigem Interesse" besprochen worden. CNN nannte keine Details aus den Berichten, da es diese nicht bestätigen könne. Die US-Website Buzzfeed veröffentliche jedoch kurz darauf das gesamte, 35-seitige Dossier.

Demnach unterstütze Russland Trump schon seit zumindest fünf Jahren, um "Spaltungen und Brüche in der westlichen Allianz" herbeizuführen. Präsident Wladimir Putin selbst befürworte diesen Plan. Zunächst sei es dabei um Einfluss auf Trump als Geschäftsmann gegangen, später natürlich zunehmend um Politik. Trump und sein "innerer Kreis" hätten vom Kreml regelmäßig Informationen über politische Rivalen, etwa Hillary Clinton, erhalten. Verschiedene Immobilien-Deals, mit denen er noch enger an die russische Regierung gebunden hätte werden sollen, habe Trump hingegen abgelehnt. Dabei wäre es vor allem um die Fuball-WM 2018 gegangen.

Das angebliche "Sex-Video" aus Moskau

Zugleich soll der russische Inlandsgeheimdienst FSB Trumps Moskau-Aufenthalte genutzt haben, um kompromittierendes Material gegen ihn zu sammeln. Das sei den Russen auch gelungen, behauptet das Geheimpapier. Mehrere "gut informierte Quellen" hätten ausgesagt, Trump wäre in Moskau in "perverse sexuelle Akte" verwickelt gewesen, die vom FSB arrangiert und überwacht wurden. Besonders eine derartige Episode, die der Bericht wiedergibt, ist seit der Veröffentlichung Thema in den sozialen Medien: 2013 soll Trump die Präsidentensuite des Ritz Carlton Hotels gebucht haben, in der zuvor auch die Obamas bei einem Staatsbesuch übernachteten. Und um seinen "Hass" auf das Präsidenten-Ehepaar auszuleben, engagierte er – so der Bericht – mehrere Prostituierte, die vor ihm auf das Bett der Obamas urinierten ("Golden Shower"-Show).

Diese Geschichte ist ebenso unbestätigt wie der Rest des Dossiers. Derzeit ermittelt das FBI, was an den zahlreichen Behauptungen dran ist. Das Geheimpapier meint jedenfalls, Trumps "unorthodoxes Verhalten" in Russland habe den Behörden genug "peinliches" Material verschafft, um ihn nötigenfalls zu erpressen. Auch die Suite im Ritz sei 2013 vom FSB abgehört und videoüberwacht worden. Über Hillary Clinton habe Russland zwar ebenfalls Informationen gesammelt, vor allem durch abgehörte Telefonate und Unterhaltungen. Das "Clinton-Material" sei aber insgesamt weit weniger explosiv als jenes gegen Trump. Es gehe vor allem um Widersprüche zu ihren öffentlich vertretenen Positionen.

Trump zieht Parallele zu "Nazi-Deutschland"

Zusammengetragen wurde das Dossier im Auftrag politischer Gegner Trumps in den USA – zunächst finanziert von parteiinternen Rivalen bei den Republikanern, später von Demokraten. Der ehemalige MI6-Mitarbeiter, dem der Bericht zugeschrieben wird, betreibt nämlich mittlerweile eine private Informationsbeschaffungs-Firma. Er war in den 90er Jahren für die Briten in Moskau tätig und gilt daher als Osteuropa-Experte mit guten Kontakten in Russland. Er war, wie in den USA durchaus üblich, engagiert worden, um "Schmutz" güber den Milliardär zu finden.

Donald Trump reagierte Dienstagabend nur sehr knapp und – wie mittlerweile von ihm gewohnt – über den Kurznachrichtendienst Twitter: Er schrieb in Anspielung auf die Berichte von "Fake News", das Ganze sei eine "totale politische Hexenjagd". Auch seine Sprecherin und sein Anwalt dementierten die Anschuldigungen, alles in dem Dossier sei "frei erfunden". Am Mittwochnachmittag legte Trump dann mit einer Reihe weiterer Tweets nach. "Ich habe nichts zu tun mit Russland – keine Deals, keine Kredite, kein garnix!", schrieb er zunächst. Und er griff die Geheimdienste direkt an, weil die Infos an die Öffentlichkeit gelangten. Sein provokanter Vergleich: "Ein letzter Schuss auf mich. Leben wir in Nazi-Deutschland?".

Update: Trump-Rede mit Russland-Kritik

In seiner ersten Rede nach dem Wahlsieg hat Donald Trump Russland die Verantwortung für die Hacker-Angriffe im US-Präsidentschaftswahlkampf zugewiesen. "Ich denke, es war Russland", sagte er, fügte aber ein, er sei der Meinung, dass es noch von anderen Ländern Hackerangriffe auf die USA gegeben habe.

Trump hatte sich in den vergangenen Wochen für ein besseres Verhältnis zu Russland ausgesprochen. "Wir werden sehen, was ich für ein Verhältnis zu Russland haben werde", sagte Trump am Mittwoch. Es sei nicht sicher, wie das aussehen werde. Er hoffe, dass er mit Putin auskommen werde. "Ich hoffe, ich komme mit Putin klar. Kann gut sein, dass nicht." Das Putin offenbar ihn, Trump, möge, betrachte er "als Vorteil, nicht als Belastung".

Kommentare

Roland Mösl

Diese pseudodemokratischen Faschisten sind so schlimm wie die Nazis in Deutschland. Massenvernichtungswaffen im Irak, Sexparties in Moskau.

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