"trend": Probleme mit e-card - Lehrer und Landesbeamte gegen Krankenscheinersatz

Hauptwiderstand kommt aus Oberösterreich und Tirol

Gesundheitsministerin Rauch-Kallat jubelte zu früh. Denn Österreich ist - entgegen offiziellen Meldungen - immer noch nicht flächendeckend mit der e-card versorgt, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner aktuellen Ausgabe. Ein Gutteil der Beamtenschaft, allen voran die Lehrer sowie die Landes- und Gemeindebediensteten in Oberösterreich und Tirol, verweigert die Chipcard bis heute.

Konkret geht es um dreizehn der insgesamt achtzehn Krankenfürsorgeanstalten (KFA) der Beamten, die inklusive mitversicherte Angehörige laut Auskunft des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger 216.000 Versicherte vertreten. "Ich bin mit den KFAs in Verhandlungen, aber ich kann sie nicht zwingen", stöhnt der für die e-card verantwortliche Verbandsmanager Volker Schörghofer

Den Grund für diese Weigerung erklären die Betreffenden mit unterschiedlichen Abrechnungsmodalitäten und den hohen Kosten des Projekts. "Die Teilnahme am e-card-Projekt hätte uns 200.000 Euro gekostet", erklärt Helmut Loidl, der als Direktor der Kranken- und Unfallfürsorge für Oberösterreichs Landesbedienstete für 21.000 Versicherte verantwortlich ist, im "trend", "und das war uns einfach zu teuer. Schließlich haben wir keine Direktverrechnung mit den Ärzten, sondern unsere Versicherten zahlen das Honorar selbst und bekommen es dann von uns rückvergütet."

Für die Versicherten kann das Fehlen der e-card trotzdem zu Problemen führen. Vor allem dann, wenn die Versicherten in einem anderen Bundesland zum Arzt gehen, haben sie massiven Erklärungsbedarf. So kam es bereits vor, dass Studenten aus Oberösterreich bei Wiener Ärzten die Behandlung verweigert wurde beziehungsweise dass sie erst nach umfangreichen Telefonaten mit der zuständigen KFA behandelt wurden.

"Wir kennen das Problem", meint Loidl dazu, "deshalb haben wir für solche Fälle jetzt ein Kooperationsabkommen mit der Wiener KFA geschlossen, die die e-card hat." Demzufolge sollen zumindest Studenten und andere oberösterreichische KFA-Mitglieder, die vorübergehend in Wien gemeldet sind, künftig eine e-card erhalten.

Noch mehr Infos finden Sie in der aktuellen Ausgabe von "trend"!