Tor und Gelb-Rot bei Debüt: Neo-Rapidler Mario Bazina war im Wechselbad der Gefühle

Kroate traf gegen den SV Mattersburg zum 2:0 Kurz danach wegen Trikot-Lüftens der Ausschluss

Österreichs "Fußballer des Jahres", Mario Bazina, hat am Samstag ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Aus Freude über seinen Treffer zum 2:0 gegen Mattersburg bei seinem Rapid-Debüt zog sich der zuvor verwarnte Kroate sein Trikot über den Kopf und wurde dafür prompt von Schiedsrichter Konrad Plautz mit Gelb-Rot vom Platz gestellt.

"Es war ein Blackout. Ich habe vergessen, dass ich schon Gelb gesehen hatte", meinte Bazina, der im gesamten Saisonverlauf einmal verwarnt und seit seinem Engagement in der T-Mobile Bundesliga überhaupt erst einmal (10. Oktober 2001 daheim gegen SV Ried) vorzeitig vom Platz geflogen war.

Das Lüften seines Trikots, unter dem ein Leibchen mit einem Aufdruck der Mutter Gottes von Medjugorje ("Das trage ich in jedem Spiel") zum Vorschein kam, bringt den tiefgläubigen Katholiken um ein Duell mit seinem Ex-Klub GAK am kommenden Wochenende. "Ich muss mich bei der Mannschaft und beim Trainer entschuldigen, das war dumm von mir. Aber es war mein erstes Spiel für Rapid, da waren eben viele Emotionen drin."

Zellhofer für mehr Fingerspitzengrfühl
Während Bazina die Schuld für den Ausschluss ausschließlich auf sich nahm, hätte sein Trainer Georg Zellhofer von Plautz etwas mehr Fingerspitzengefühl erwartet. "Der Ausschluss war von den Regeln her gedeckt. Ich schätze Plautz sehr. Er hat so ein Standing, dass er einen kleinen Fauxpas hätte in Kauf nehmen können. Das hätte von Größe gezeugt", sagte der Oberösterreicher.

Die Erleichterung über sein siegreiches Debüt war Zellhofer anzumerken, allerdings fand der frühere Pasching-Betreuer nach dem mühevollen Erfolg im Happel-Stadion auch kritische Worte. "Rapid war in der ersten Hälfte nicht vorhanden", ärgerte sich der 45-Jährige über die dürftige spielerische Leistung seines Teams, das erst nach einem ebenfalls etwas harten Platzverweis für den Mattersburger Mravac auf Touren kam.

Dann vernebelte vor allem Muhammet Akagündüz einige guten Möglichkeiten, sorgte aber mit einem sehenswerten Kopfball immerhin für das wichtige 1:0. "Die schwierigste von allen Chancen habe ich gemacht, die anderen leider nicht", meinte der ÖFB-Teamstürmer selbstkritisch.

(apa/red)