Österreichs Betriebe leben von qualifizierten Fachkräften. Aber dem bewährten Lehrlings-Ausbildungssystem geht der Nachwuchs aus. Nun soll die Lehre attraktiver werden.Ohne Lehrlinge geht gar nichts. Sie werden so dringend gebraucht, dass sie von vielen Unternehmen regelrecht umworben werden. Warum? Das ist leicht erklärt: Nicht nur Betriebe, auch Länder liefern sich einen Wettbewerb um die besten Köpfe. Lehrlinge sind die Fachkräfte von morgen. Qualifizierte Fachkräfte wiederum stellen das Herz der Wirtschaft dar auch in Österreich.
Derzeit beginnen rund 40 Prozent der Pflichtschulabsolventen eine Lehre. Doch diese Zahlen sinken dramatisch. In Wien etwa wurden 1980 noch rund 30.000 Lehrlinge ausgebildet, 30 Jahre später waren es nur mehr 13.700 (in der Privatwirtschaft). Aber nicht nur Wien leidet unter dem Lehrlingsmangel. Drohszenarien gehen davon aus, dass bereits in fünf Jahren nur mehr 34.000 neue Lehrlinge pro Jahr in ganz Österreich ausgebildet werden. Jugendliche könnten weiter an die Schule verloren gehen. Das Fazit: Die Lehre muss attraktiver werden. Die Wirtschaftskammer (WKO) hat bereits Ideen, um mehr junge Menschen in eine Karriere mit Lehre zu locken. Die praktische Berufsausbildung sollen Lehrlinge mit einem akademischen Grad krönen können. Wer Schule oder Lehre abgebrochen hat, sollte noch eine Chance bekommen, sich zu qualifizieren. Eine Mittlere Reife in der neunten Schulstufe könnte den Schülern einen Qualifizierungsnachweis geben. Und der Zugang zu einem Universitätsstudium sollte off entstehen.
Kling gut. Oder?
Christoph Peschek ist aufseiten der Gewerkschaft zuständig für neue Perspektiven in der Ausbildung. Auch er will echte Karriere- und Aufstiegschancen für die Jungen. Sein Vorschlag: verpflichtende betriebliche Ausbildungspläne, Qualitäts-Jour- fixe in den Betrieben, externe Qualitätskontrollen. Finanziert durch einen echten Berufsausbildungsfonds, in den ausbildungsfaule Betriebe einzahlen müssen.
Kommentare
ne also nach der lehre mittlere reife und studienzugang? ich möcht net von einem gelernten fleischer nen zahn gezogen bekommen-oder von gelernten schreiner operiert werden-am ende hat der mit seinem scheff nen sargvertrag hintenrum-zu grasser zeiten durchaus vorstellbar