Mädchen in Männerdomänen? Bitte! Top im Job zeigt Beispiele von gelebter Frauenpower. Plus: Welche Branchen für Mädchen zukunftstauglich sind und wie sie dort siegen. von Tatjana Duffek
Männer, her mit euren Jobs! Wenn Frauen in männliche berufliche Domänen vordringen wollen, müssen sie damit bereits als Mädchen bei der Wahl ihrer Lehre beginnen. Denn die weibliche Hitliste der Lehrberufe wird immer noch unbeirrbar von Einzelhandel (also Verkäuferin), Bürokauffrau, Friseurin, Restaurantfachfrau und Köchin angeführt. Burschen hingegen steuern unverdrossen in Kfz-Mechanik- bzw. Elektroinstallateurbetriebe, gefolgt werden diese Berufswünsche von Verkäufer und Maschinenbautechniker.
Wenn Mädchen sich weiter auf nur wenige Berufe konzentrieren, steht das ihrem späteren beruflichen Aufstieg im Weg. Immer noch gilt die Regel, dass sowohl das gesellschaftliche Image als auch die Bezahlung in männerdominierten Branchen höher ist.
Zeit für einen Wandel
Nicole Hernandez etwa entschied sich für eine Lehre bei T-Mobile als Einzelhandelskauffrau allerdings mit Schwerpunkt Telekommunikation. Ich habe mich absichtlich für einen für Mädchen nicht so typischen Beruf entschieden, weil ich einen Beruf mit guten Zukunftsperspektiven gesucht habe, erzählt sie. In der Lehre beschäftigte sie sich mit technischen Grundlagen wie etwa dem Aufbau eines Mobilfunknetzes oder Bedarfsanalysen. Ich habe mich immer schon für Handys interessiert. Meine Mama hat mir dann ein Zeitungsinserat von T-Mobile gezeigt. Während der Ausbildung bin ich auf einige Herausforderungen gestoßen, aber ich bin froh über meine Entscheidung. Mittlerweile ist Nicole Hernandez Verkaufsberaterin in einem Shop in der Wiener Innenstadt.
Die Politik weiß, dass sie ihre Anstrengungen vervielfachen muss, um Mädchen den Weg in traditionelle Männerdomänen zu öffnen. Auch das AMS fördert Betriebe, die dieses Anliegen unterstützen. Beratungen in den Schulen sollen den Mädchen Mut machen und sie auf andere Gedanken sprich, Ideen abseits der klassischen Frauenberufe bringen.
Fasziniert von Autos
Freilich gibt es auch starke Mädchen, die trotz Widerstand im Elternhaus ihren Weg gehen. Sabine Presslauer setzte 1991 gegen die Skepsis meines Vaters durch, eine Lehre in seiner Kfz-Werkstatt zu machen. Acht Jahre später übernahm sie mit nur 24 Jahren und fasziniert von Autos und Technik den Betrieb in Kärnten. Seitdem beginnt der Tag zwar oft schon um fünf Uhr morgens, aber Presslauers Zugang, besonders mit weiblichen Kunden auf Augenhöhe zu kommunizieren, hält die Werkstatt auf Erfolgskurs. Und das ist ein gutes Gefühl.