Titelverteidiger hat wieder zugeschlagen: Armin Zöggeler holt sich Rodel-Olympia-Gold

Südtiroler nur elf Hundertstel vor Demtschenko Markus Kleinhenz als bester Österreicher Neunter

Der Südtiroler Armin Zöggeler hat die Last des Favoriten gemeistert und seinen Olympiasieg von Salt Lake City wiederholt. Der 32-jährige aus Völlan bei Meran setzte sich nach den vier Läufen des Rodel-Einsitzerbewerbs in Cesana Pariol mit elf Hundertstel Vorsprung auf den Russen Albert Demtschenko sowie 0,357 Sekunden auf den Letten Martins Rubenis durch und verhalf dem Gastgeberland zur ersten Goldmedaille bei den XX. Winterspielen. Markus Kleinheinz musste sich als bester Österreicher mit Rang neun (+1,499) begnügen.

Die Medaillen-Hoffnungen des Ex-Weltcupsiegers Kleinheinz waren schon nach dem ersten Lauf dahin gewesen. Dem 29-jährigen Stubaitaler fehlte nach mäßigen Trainingsleisten die für einen Spitzenplatz nötige Lockerheit, am zweiten Tag reichte es mit den Laufzeiten neun und zehn auf der schwierigen Hochgeschwindigkeitsbahn nur zu einer minimalen Verbesserung. "Das gesamte Paket muss passen und man muss vom ersten Trainingslauf an den Rhythmus haben, das war bei mir nicht der Fall", sagte der enttäuschte Kleinheinz, der nach der Heimkehr bei Skitouren Abstand gewinnen und sich über die Fortsetzung seiner Karriere klar werden will.

Werner Margreiter, der 2003 WM-Dritter war, verpatzte nach dem elften Halbzeitrang den dritten Lauf völlig (17.), war zum Abschluss Neunter und fiel auf den 12. Endrang (+2,026) zurück, unmittelbar vor Daniel Pfister (2,272). Der 19-jährige Olympia-Debütant (18. der heurigen EM) beendete die Winterspiele nach persönlicher Bestzeit zum Abschluss (11. Laufzeit) mit einem kleinen Erfolgserlebnis. "Er hat sich gut verkauft und seine Nominierung gerechtfertigt", erklärte Nationaltrainer Rene Friedl.

Mit dem Abschneiden der zwei Routiniers im ÖRV-Team war der Deutsche Friedl freilich unzufrieden. "Bei den Herren sind wir relativ weit weg, da müssen wir längerfristig arbeiten", sagte der Coach, der auch für die kommende Saison mit der Heim-WM in Igls einen Vertrag mit dem ÖRV hat. Auch seine deutschen Landsleute gingen unerwartet erstmals seit 1984 (!) leer aus. "Da sieht man, wie hoch die Trauben hängen", erklärte Friedl und zog den Hut vor Zöggeler, der den immensen Druck gemeistert und den Vorteil von mehr Trainingsfahrten genützt hatte. Er wurde mit einem riesigen Feuerwerk an der Bahn gefeiert.

Der fünffache Weltmeister Zöggeler hat nach Bronze in Lillehammer 1994 und Silber 1998 nun zwei Goldene in seinem Besitz. Georg Hackl, der erfolgreichste Rodler der Geschichte, vermochte im letzten Rennen seiner Karriere seine Edelmetallsammlung hingegen nicht zu ergänzen. Nach zweimal Silber und dreimal Gold zwischen 1988 und 2002 beendete der 39-Jährige, der in der Vorbereitung von mehrmals von gesundheitlichen Problemen (u.a. Nervenentzündung im linken Arm) gebremst worden war, seine Karriere auf dem für ihn enttäuschenden siebenten Rang (0,831). "Das war's. Mein Start war indiskutabel. Aber es waren trotzdem schöne Spiele", bilanzierte der Bayer.

Ergebnis: Rodeln Einsitzer - Herren

1. Armin Zöggeler ITA 3:26,088
2. Albert Demtschenko RUS +0,110 Sek.
3. Martins Rubenis LAT 0,357
4. Tony Benshoof USA 0,510
5. David Möller GER 0,623
6. Jan Eichhorn GER 0,655
7. Georg Hackl GER 0,831
8. Reinhold Rainer ITA 0,914
9. Markus Kleinheinz AUT 1,499
10. Wilfried Huber ITA 1,587
weiter:
12. Rainer Margreiter AUT 2,026
13. Daniel Pfister AUT 2,272

(apa/red)