Tiefster Winter in Österreich: Deutlich mehr Schneefal als in Durschnittswintern

In Villach fielen 130% des normalen Niederschlags Wetterexperten: Besserung in den nächsten Tagen

Von einer tiefwinterlichen Seite zeigte sich die Alpenrepublik bisher in der kalten Jahreszeit. Ein Adriatief bescherte Österreich seit knapp einer Woche täglich Neuschnee. Am meisten kam bisher in Villach zusammen: Hier schneite es bis zum Dienstag bereits um ein Drittel mehr als normalerweise im gesamten Winter. Das Schneetreiben ging munter weiter: In vielen Regionen kamen allein im neuen Jahr 30 bis 50 Zentimeter Neuschnee dazu. Wetterbesserung verspricht die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien ab der Wochenmitte.

In einigen Teilen Österreichs schneite es bis Anfang Jänner bereits um etliche Zentimeter mehr als sonst im gesamten Winter. Neben Villach (131 Prozent) tanzt Allentsteig (123 Prozent) und Poysdorf mit einem Viertel der Schneemenge über dem Mittelwert aus der Reihe. Gut im Rennen um einen Spitzenwert liegt auch Bruck an der Mur: Mit 88 Zentimetern fielen dort bereits 119 Prozent des langjährigen Durchschnitts.

Auffällig auch die Negativrekorde: Trotz 7,4 Metern in diesem Winter hält der Sonnblick derzeit bei nur einem Drittel des üblichen Niederschlags. Gar nur 16 Prozent verzeichnete die Wetterstation Galzig am Arlberg (rund zwei Meter). St. Anton am Arlberg hält mit 1,18 Metern Schneemenge in diesem Winter bei 30 Prozent. In Wien ist bei der Hohen Warte bisher knapp ein halber Meter Schnee gefallen - das ist etwas mehr als die Hälfte des langjährigen Durchschnitts.

Mit 224 Zentimetern - gemessen am Dienstag in der Früh - hat St. Johann im Pongau den üblichen Niederschlagswert bereits erreicht. Allein die ersten drei Tage des neuen Jahres bescherten dem Ort in Salzburg eine halben Meter Schnee. In Ried im Innkreis maßen die Meteorologen von der ZAMG heute früh 35 Zentimeter Schneezuwachs seit Montag. Spitzenreiter in Österreich ist Rudolfshütte in Salzburg mit 80 Zentimetern im Jahr 2006. In Villach beruhigte sich die Situation hingegen: Seit dem 2. Jänner kamen nur sieben Zentimeter dazu.

In der zweiten Wochenhälfte soll es mit den großen Massen der weißen Pracht vorerst vorbei sein. "Denn ab Mittwoch schneit es nur noch ein wenig", kündigte Walther Sobitschka von der Hohen Warte in Wien an. Im Norden und Osten fallen noch einige Flocken, im Süden und Westen Österreichs soll sich aber wieder die Sonne zeigen. Auflockern werde es in Vorarlberg und im Tiroler Oberland auch am Donnerstag. Der Himmel im Süden und Osten soll sich dann mit etwas Schneefall aber wieder grau in grau präsentieren. Diese Wolken werden sich laut ZAMG auch am Freitag halten. (apa)