Tiefsstand erreicht: Zahl der Langzeit-arbeitslosen im Jänner auf 9.940 gesunken

Minus bei über einem Jahr Beschäftigungslosen Grüner Öllinger kritisiert das als "Augenauswischerei"

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die über ein Jahr ohne Beschäftigung waren, ist im Jänner-Vergleich der letzten sechs Jahre auf den Tiefstand von 9.940 gesunken. Wie aus den jüngsten Daten des Arbeitsmarktservice (AMS) hervorgeht, ist im Gegenzug die Zahl jener Gruppe von Arbeitslosen, die weniger als zwölf Monate ohne Beschäftigung waren, auf den Höchstwert von 316.807 gestiegen. Der Jänner dieses Jahres hatte mit 326.747 Beschäftigungslosen insgesamt den höchsten Wert bisher erreicht.

Nach einzelnen Bereichen unterteilt, gab es Zuwächse und Höchststände bei allen Untergruppen. So erreichte im Vormonat die Zahl jener Arbeitslosen, die bis zu drei Monate keinen Job hatte, mit 224.378 einen Rekordwert. Die Gruppe jener Menschen, die drei bis sechs Monate arbeitslos waren, stieg auf 60.340 an und die Zahl der Personen, die sechs Monate bis ein Jahr keine Arbeit hatten, erhöhte sich auf 32.089.

Öllinger kritisiert "Augenauswischerei"
Der Grüne Sozialsprecher Karl Öllinger hat der Regierung vorgeworfen, die Zahl der Langzeitarbeitslosen zu schönen. "Das ist eine absolute Augenauswischerei", wenn von sinkenden Langzeitarbeitslosen gesprochen werde. Laut Arbeitsmarktservice waren es im Jänner lediglich 9.940 Personen, die länger als ein Jahr arbeitslos waren, was dem niedrigsten Stand seit sechs Jahren entspricht. Öllinger erklärte gegenüber der APA, dass in Wahrheit die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen bei "über 60.000 liegt".

Die jüngsten ihm vorliegenden Zahlen vom Oktober seien bei 64.323 Langzeitbeschäftigungslosen gelegen. Die angeblich gesunkene Zahl von Langzeitarbeitslosen sei jedenfalls ein "Hohn" angesichts der steigenden Arbeitslosenzahlen insgesamt "und eine extreme Irreführung". In Wahrheit würden durch Schulungen des AMS "aus Langzeitarbeitslosen wieder neue Arbeitslose gemacht". "Die werden statistisch verjüngt". Man müsse auch bedenken, dass laut Definition jemand langzeitarbeitslos sei, der mindestens 365 Tage arbeitslos ist. Wenn aber jemand mehr als 28 Tage eine Schulung mache, falle der Betreffende aus der Langzeitarbeitslosenstatistik heraus und sei nach der Schulung wieder ein neuer Arbeitsloser, empört sich Öllinger.

Nachfolgend die Zahlen im Einzelnen:

Arbeitslostenstatistik
Jänner -3 Monate 3-6 Monate 6-12 Monate über 12 Monate ALLE
2006 224.378 60.340 32.089 9.940 326.747
2005 216.182 55.633 28.023 16.179 316.017
2004 205.158 55.392 28.901 22.997 312.448
2003 205.092 54.446 29.086 15.052 303.676
2002 204.143 52.648 29.220 11.819 297.830
2001 183.958 39.464 20.147 14.190 257.759
2000 186.179 42.999 24.543 24.936 278.657