Das Oscar-prämierte Südstaaten-Drama "The Help" spielt in einer spannenden Zeit: Anfang der 1960er Jahre, als dort der Kampf für Rassengleich tobt und Bürgerrechtler Martin Luther King Hoffnungsträger für Millionen Schwarze ist. Dort siedelte die US-Autorin Kathryn Stockett ihren Besteller "Gute Geister" an, der unter dem Original-Titel "The Help" auch Filmstoff geworden ist - und zwar ein preisgekrönter. Jetzt erscheint das Südstaatendrama auch auf DVD.
Stockett geht es nicht um die große Politik, sie nimmt schwarze Hausmädchen und Kinderfrauen ins Visier, damals Menschen zweiter Klasse, ausgebeutet, diffamiert und wie Sklaven behandelt. Erzählt wird die Geschichte von "The Help" aber aus der Sicht einer Weißen. Skeeter, gespielt von Emma Stone, will Journalistin werden, ihre Familie und Freundinnen drängen darauf, dass sie sich diese Flausen aus dem Kopf schlägt und endlich heiratet.
Heimliche Treffen
Sie ist der emanzipierte Querkopf unter den Society-Ladys, deren Leben um Frisuren, Kaffeekränzchen und Anweisungen für die schwarzen Dienstboten kreist. Skeeter gewinnt das Vertrauen der gutherzigen Aibileen (Viola Davis) und der vorlauten Minnie (Octavia Spencer, die für die Rolle einen Oscar holte). In Zeiten von Willkürjustiz und den Umtrieben des Ku-Klux-Klan müssen sie sich heimlich treffen, um ihre Lebensgeschichten zu Papier zu bringen.
Starkes Ensemble
"The Help" kann mit einer Starbesetzung aufwarten. Jessica Chastain ("The Tree of Life") spielt die naive Celia, mit tiefem Ausschnitt und hochtoupierten Haaren. Bryce Dallas Howard ("Spider-Man 3") mimt die versnobt-bigotte Hilly, Sissy Spacek spielt ihre Mutter. Auch die Afroamerikanerin Viola Davis hat einen starken Auftritt - als Mutter, die ihren eigenen Sohn verlor und nun die weißen Kinder ihrer Dienstherren liebevoll aufzieht.
Zu viel Zuckerguss
Die Zutaten stimmen, doch Regisseur Tate Taylor versteckt das dunkle Kapitel amerikanischer Geschichte unter einer dicken Schicht Zuckerguss. Einige Charaktere sind zu schrill geraten, um wirklich glaubhaft zu sein; auf Szenen mit ernstem Tiefgang folgen Lacher. "The Help" wirkt trotz der Schwere des Stoffes fast beschwingt. Das auf den ersten Blick gefällige Genre-Mix hinterlässt einen etwas faden Nachgeschmack, der von einem Happy End noch verstärkt wird.
Wie die Roman-Autorin Kathryn Stockett wuchs auch Regisseur Tate Taylor in Jackson auf. Nach der Schlankheitswahn-Komödie "Pretty Ugly People" ist "The Help" sein zweiter Spielfilm. Für nach Hollywood-Maßstäben preiswerte 25 Millionen Dollar drehte er die Rassengeschichte an Originalschauplätzen in Mississippi, die es ab jetzt auch auf DVD sowie auf Blu-ray bzw. als Video on Demand gibt.
