Telefonieren am Steuer von

150.000 am Handy erwischt

Kärntner und Steirer verwenden am wenigsten eine Freisprecheinrichtung

Telefonieren am Steuer - 150.000 am Handy erwischt © Bild: Thinkstock

Telefonieren während dem Autofahren gilt als eine der häufigsten Unfallursachen: Im Jahr 2011 wurden in Österreich insgesamt 149.081 Übertretungen wegen "Telefonierens am Steuer ohne Freisprecheinrichtung" erfasst. Das geht aus einer vorliegenden Antwort des Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage des Salzburger Nationalratsabgeordneten und SPÖ-Konsumentenschutzsprechers Johann Maier hervor. In Relation zur Bevölkerungszahl am häufigsten gestraft wurde in Kärnten und in der Steiermark, am wenigsten im Burgenland.

"Es fehlt zwar eine Analyse, wie viele Unfälle durch Telefonieren am Steuer ausgelöst wurden", betonte Maier am Dienstag am Rande eines Pressegesprächs. "Angesichts der Zahlen sollte aber darüber nachgedacht werden, die Strafen wegen der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer zu erhöhen", forderte Maier.

In Österreich gilt Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung als Verwaltungsübertretung und kostet 50 Euro. Wird die Zahlung verweigert, kann die Behörde eine Strafe in der Höhe von bis zu 72 Euro oder 24 Stunden Ersatzfreiheitsstrafe verhängen. Im europäischen Ausland würden die Strafen laut Maier fast durchwegs höher liegen. So würden in Belgien etwa 100 Euro, in den Niederlanden 160 Euro oder in Spanien gar 200 Euro fällig, wer beim Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung erwischt wird. In Deutschland gibt es das Vergehen übrigens billiger als in Österreich: Das Delikt kostet laut Maier beim Nachbarn 40 Euro.

Außerdem forderte Maier, Freisprecheinrichtungen verpflichtend für gewerblich tätige Fahrzeuge, etwa Lkws oder Taxis, einzuführen. Das hat auch einen persönlichen Grund: Im Vorjahr wurde der Politiker eigenen Aussagen zufolge im Taxi beinahe von einem telefonierenden Lkw-Fahrer gerammt.

Übertretungen wegen Telefonierens am Steuer
Burgenland 2.796 (0,98 Prozent)
Kärnten 14.267 (2,56 Prozent)
Niederösterreich 19.534 (1,21 Prozent)
Oberösterreich 20.227 (1,43 Prozent)
Salzburg 9.901 (1,89 Prozent)
Steiermark 29.743 (2,46 Prozent)
Tirol 12.029 (1,69 Prozent)
Vorarlberg 4.376 (1,18 Prozent)
Wien 36.208 (2,10 Prozent)
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