Tatort Luzern von

Zweite Chance - vorbei

Schweizer Folge spielt gekonnt mit Tabuthema - doch verspielt am Ende wieder alles

Tatort Luzern - Zweite Chance - vorbei © Bild: ORF/ARD/Daniel Winkler

Der Folge aus Luzern rund um Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser) mit dem Thema der Intersexualität – bis zum gar eiligen Ende.

Nach dem ersten, total missglückten „Tatort“ aus der Schweiz, versuchten es die Luzerner Kommissare Reto Flückiger (Gubser) und seine Kollegin Liz Ritscharf (Delia Mayer) erneut. Und dieser zweite Versuch gelang bereits um einiges besser – wenn die Folge auch nicht perfekt war.

Thema Intersexualität
Die Schweizer Ermittler bekamen es dieses Mal mit einem toten Mediziner und in Folge mit dem Thema der Intersexualität, das in der Gesellschaft längst nicht akzeptiert ist, zu tun. Meist wird bei den Betroffenen bereits im Säuglingsalter durch eine Operation ein Geschlecht festgelegt mit verheerenden seelischen Folgen aufgrund der eigenen Identität. Nicht selten endet dies in einer Depression oder einem Selbstmord.

So auch bei dem ein oder anderen Intersexuellen im Luzerner „Tatort“. Zu tun hatten alle, die den Freitod gewählt hatten, mit dem Mordopfer, Mediziner und Klinikleiter Dr. Peter Lanther – genau so ein Verfechter dieser Frühoperation. Damit stürzte er viele seiner Patienten und deren Familien ins Unglück.

Im Laufe des Falles lernt der Zuseher immer mehr Facetten der Intersexualität kennen. Und auch das Netz zieht sich immer enger. So gerät sogar Flückigers Co-Ermittlerin Birgit Bürki in Verdacht, da sich auch ihre intersexuelle Schwester selbst umgebracht hat.

Gar eiliges Ende
Dann jedoch geht alles viel zu schnell, in dem bis dahin überzeugenden „Tatort“, der an einen schwedischen Krimi erinnern ließ. Zu eilig findet Flückiger seinen Mörder, obwohl dieser davor nur kurz in Erscheinung getreten ist. Nur durch die Angabe seines Berufes verrät sich dieser. Etwas lächerlich wirkt auch die Tatwaffe in Form einer Armbrust.

Schlechte Synchronistaion
Der ganzen Folge nicht besonders dienlich geriet auch der Dreh auf Schwyzerdytsch. So musste sie für die Zuseher in Österreich und Deutschland synchronisiert werden – was ebenfalls nicht besonders gut gelang. Aber, die Hoffnung für die Schweiz bleibt bestehen, denn immerhin sind aller guten Dinge drei.

Kommentare

Halb so schlimm Also ich hab\' wirklich schon schlechtere Folgen aus der Tatort-Reihe gesehen!

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