Tapfer geschlagen: Pfeifer nach etwas missglückter Eiskunstlauf-Kür auf Rang 22

Sprung-Kombinationen klappten nicht nach Wunsch Russe Pluschenko holte mit Punkte-Weltrekord Gold

Der Österreicher Viktor Pfeifer hat am Donnerstagabend seine erste Teilnahme an Olympischen Spielen mit einer mittelmäßigen Kür abgeschlossen. Der Vorarlberger beendet die Konkurrenz auf Rang 22. Nach dem Kurzprogramm am vergangenen Dienstag war der 18-Jährige auf Position 17 gelegen.

Pfeifer wurde mit 101,70 Punkten minimal besser bewertet als bei seiner verpatzten Kür-Vorstellung bei den Europameisterschaften Mitte Jänner in Lyon, allerdings reichte es in der Kür nur zum 23. Teilrang. Gesamt markierte er nach der Bestmarke im Kurzprogramm mit 163,87 Zählern jedoch immerhin eine weitere persönliche Bestleistung. Hinter dem Frastanzer landeten noch der Schwede Kristoffer Berntsson und der Ungar Zoltan Toth.

Das Programm Pfeifers zu den Soundtracks von "La Strada", "Eight and a Half" und "Il Bidone" begann denkbar schlecht, als er die geplante Kombination aus Dreifach-Flip, Dreifach- und Doppel-Toeloop wegen eines Sturzes nach dem Flip abbrechen musste. "Das hat sich gerächt, denn das hat mir zehn Punkte gekostet", erklärte er nachher. Bei seiner zweiten Kombination griff Pfeifer nach dem dreifachen Salchow aufs Eis, wodurch der folgende Toeloop nur doppelt statt dreifach wurde.

"Dadurch habe ich leider keine Kombination gut gebracht", erklärte der Athlet vom Feldkircher EV. "Und das hat mich in Summe eben genauso viel gekostet wie bei der EM, in Lyon war meine Vorstellung aber trotzdem viel peinlicher." Ursprünglich hatte Pfeifer geplant, statt der Start-Kombination den vierfachen Toeloop zu zeigen, hatte diese Absicht dann aber verworfen. "Ich wollte eher auf Nummer sicher gehen, aber das hat dann doch nichts gebracht. Insgesamt bin ich aber auf dem richtigen Weg", meinte er.

Denn der Rest seines Programms war in Ordnung, was er auch richtig erkannte: "Ein 22. Platz ist ja auch nichts, für das ich mich genieren muss. Das ist okay. Ich habe hier in Turin sehr viel für meine weitere Karriere gelernt." Pfeifer wird schon am Freitag nach Österreich zurückkehren und am Samstag die Vorbereitung für die Junioren-Weltmeisterschaften in der zweiten März-Woche in Laibach aufnehmen.

Pluschenko holte mit Punkte-Weltrekord Gold
Als schwarz gekleideter "Pate" hat der russische Eiskunstlauf-Überflieger Jewgeni Pluschenko die von ihm ersehnte Goldmedaille geholt. Der 23-Jährige schaffte dies standesgemäß mit der Verbesserung seines eigenen Punkte-Weltrekords auf 258,33 Zähler. Silber ging an den Schweizer Weltmeister Stephane Lambiel, Bronze an den Kanadier Jeffrey Buttle.

Die bisherige Bestmarke Pluschenkos war bei 251,75 Punkten gelegen. Er verbesserte sie mit einer fehlerfreien Kür und baute zudem seinen hohen Vorsprung aus dem Kurzprogramm auf insgesamt 27,12 Zähler aus. Damit war das fünfte russische Olympia-Gold für Russlands Herren in Serie fixiert, und die Russen haben weiter die Chance auf alle vier Eiskunstlauf-Titel in Turin. Den Paarlauf hatten ja Pluschenkos Landsleute Tatiana Totmianina/Maxim Marinin für sich entschieden.

Pluschenko rehabilitierte sich mit seiner brillanten Vorstellung zur Filmmusik des "Paten" vor 8.000 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften Palavela-Arena für seine Niederlage von 2002 in Salt Lake City. Damals stürzte er im Kurzprogramm und unterlag danach seinem Landsmann Alexej Jagudin.

In Turin präsentierte sich der Blondschopf nach zwei Leistenoperationen in München, einer langwierigen Erkältung und zuletzt Magenschmerzen auf den Punkt topfit. Ob der St. Petersburger seine Karriere fortsetzen wird, hat er noch nicht bekannt gegeben.
(apa/red)