T-Mobile glaubt an tele.ring-Übernahme: Mobilfunker plant nun Vertrag mit Hutchison

EU schade durch verzögerte Prüfung dem Wettbewerb Bei Scheitern Verkauf an Finanzinvestoren erwartet

Ungeachtet der schweren Wettbewerbsbedenken der EU-Kommission gegen die geplante Übernahme des viertgrößten österreichischen Mobilfunkanbieters tele.ring durch die Nummer Zwei T-Mobile glaubt die österreichische Mobilfunktochter der Deutschen Telekom weiterhin an die Genehmigung des Deals. In der Branche werden indes Stimmen laut, wonach die EU durch die verzögerte Prüfung die betroffenen Unternehmen lähme und dadurch dem Wettbewerb in Österreich schade.

T-Mobile Austria-Chef Georg Pölzl geht nach wie vor davon aus, dass der Deal von den Brüsseler Wettbewerbsbehörden genehmigt wird. Um die Bedenken der EU weiter zu zerstreuen, bastelt T-Mobile derzeit an einem Vertrag mit dem UMTS-Betreiber Hutchison, an den laut EU-Auflagen die redundante Netzinfrastruktur und UMTS-Frequenzen abgegeben werden sollen. Der Vertrag soll "so schnell wie möglich" unter Dach und Fach gebracht werden, hieß es. In der Branche werden indes Stimmen laut, wonach die EU-Kommission, deren Augenmerk eigentlich darauf liege, den Wettbewerb in Österreich sicherzustellen, durch die Verlängerung der Prüfung gerade dem Wettbewerb schade, da sie die betroffenen Unternehmen - von T-Mobile über tele.ring bis zu Hutchison - in ihren Planungen lähme.

Bei Scheitern Verkauf an Finanzinvestoren?
Sollte die Übernahme von tele.ring durch T-Mobile tatsächlich scheitern, gilt es als wahrscheinlich, dass Alltel das Unternehmen an Finanzinvestoren verkaufen würde. Die internationale Fondsgesellschaft Permira scharre "schon in den Startlöchern". Allerdings wäre bei einem Verkauf an Permira von einem deutlichen Preisabschlag auszugehen. Ein Verkauf an die niederländische KPN, die seinerzeit ebenfalls massives Interesse an tele.ring angemeldet hat, würde dagegen ein neuerliches Wettbewerbsverfahren mit sich bringen, hieß es.

Entscheidung voraussichtlich erst im April
Am 9. März wird voraussichtlich ein Treffen mit EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes stattfinden. Nach bisherigen Angaben will die Brüsseler Wettbewerbsbehörde bis 28. März endgültig über die Übernahme entscheiden. Durch neuerliche Zugeständnisse von T-Mobile verschiebt sich die Frist allerdings bis Ende April. (APA/red)