Syrien von

Vizepräsident doch nicht geflohen

Assad-Vertrauter ist doch nicht geflohen - dafür dessen Cousin

Die vermeintliche Flucht von Assads Vizepräsident hat sich als Falschmeldung entpuppt. Faruk al-Sharaa hat nach einem Bericht des Fernsehsenders Al-Arabiya dem Staatschef die Gefolgschaft aufgekündigt. Der Sender strahlte am Donnerstag eine zunächst nicht zu verifizierende Erklärung aus, die von Sharaa stammen soll. Darin wird die Armee aufgerufen, sich der syrischen Revolution anzuschließen. Die Meldung stammt auch von Sharaa, aber von einem anderen, nämlich dem Cousin des Vizepräsidenten.

Ein Cousin des syrischen Vizepräsidenten Faruk al-Sharaa ist zur Opposition übergelaufen und hat die syrischen Soldaten aufgerufen, sich der Opposition anzuschließen. Dies meldete der TV-Sender Al-Arabiya am Donnerstag. Dies meldete der TV-Sender Al-Arabiya am Donnerstag. Ein Nachrichtensprecher identifizierte den Cousin des Vizepräsidenten als Yarab al-Sharaa.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zuvor gemeldet, Al-Arabiya habe eine Stellungnahme gesendet, die angeblich im Namen von Faruk al-Sharaa war und in der sich der langjährige Vizepräsident vom syrischen Staatschef lossagte. Während der Sendung sei die Schlagzeile durch das Bild gelaufen, "Sharaa" sei übergelaufen. Dabei wurde offenbar nicht präzisiert, ob es sich bei "Sharaa" tatsächlich um den Vizepräsidenten handelte.

"Assad schlachtet sein Volk ab

Zuvor hatte der französische Außenminister Laurent Fabius den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad erneut zum Rücktritt aufgerufen. "Wir sehen, dass Assad sein eigenes Volk abschlachtet. Er muss gehen, und je früher, desto besser", sagte Fabius am Donnerstag bei einem Besuch in der jordanischen Zeltstadt Saatari, die für syrische Flüchtlinge eingerichtet wurde.

Er bekräftigte auch, dass Paris keine Waffen an die syrischen Rebellen liefere. Die Aufständischen-Armee FSA würde von Frankreich lediglich "logistische Hilfe" erhalten, fügte Fabius hinzu.

Andere islamische Staaten wenden sich ab

Das Regime des syrischen Präsidenten Assad steht auch in der islamischen Welt zunehmend isoliert da. Mit großer Mehrheit beschlossen die islamischen Länder nun in Mekka, die Mitgliedschaft Syriens in der Organisation der Islamischen Kooperation (OIC) auszusetzen. "Die Konferenz hat entschieden, Syriens Mitgliedschaft zu suspendieren", heißt es in der Abschlusserklärung der OIC-Sitzung.

UNO verlängert Beobachtermission nicht

Der UN-Sicherheitsrat hat unterdessen beschlossen, die Beobachtermission Unsmis in Syrien nicht zu verlängern. "Unsmis wird auslaufen", sagte der französische UN-Botschafter Gerard Araud am Donnerstag in New York nach Beratungen des Weltsicherheitsrats.

Die Präsenz der UN in Syrien werde aber andauern. In einem Brief an den UN-Generalsekretär habe er die Eröffnung eines Verbindungsbüros in Damaskus unterstützt, sagte Araud.

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