Daoud Rajha, der syrische Verteidigungsminister, ist bei einem Selbstmordanschlag getötet worden. Auch Assads Schwager, Assef Shawkat, soll bei dem Anschlag gestorben sein. Aber auch die Regimegröße Turkmani soll gestorben sein. Bei dem Attentat auf das Gebäude der Nationalen Sicherheit gab es demnach auch mehrere Verletzte, darunter Innenminister Mohammed Ibrahim al-Shaar. Die Verletzten seien ins Al-Shami-Krankenhaus gebracht worden.
Die Revolte in Syrien hat das innerste Machtzentrum in Damaskus am Mittwoch erstmals schwer getroffen: Bei einem Selbstmordanschlag wurden nach Angaben des Staatsfernsehens sowohl Verteidigungsminister Daoud Rajha als auch sein Stellvertreter Assef Shawkat, ein Schwager von Präsident Assad, getötet. Der Anschlag richtete sich gegen ein Treffen von ranghohen Vertretern der Sicherheitsdienste.
Dem Attentat auf den militärischen Führungszirkel des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad ist auch die Regimegröße Hassan Turkmani getötet worden. Der ehemalige Verteidigungsminister hatte zuletzt den Rang eines Assistenten des Vizepräsidenten. Er erlag den Verletzungen, die er bei der Bombenexplosion am Vormittag in Damaskus erlitten hatte, wie das Staatsfernsehen am Mittwochnachmittag berichtete
Nach dem Bombenanschlag auf die syrische Führung haben Aufständische und Sicherheitskräfte übereinstimmend von schweren Kämpfen in Damaskus berichtet. Die staatliche Nachrichtenagentur SANA meldete am Mittwoch, im Bezirk Midan sei eine große Zahl von "Terroristen" getötet worden. In Qaboun sei es ebenfalls zu Kämpfen gekommen. Im staatlichen Fernsehen wurde erstmals von Gefechten in der Hauptstadt berichtet. Aufständische sprachen ihrerseits von einer Flut von Soldaten und regierungstreuer Milizen. Eine Bewohnerin von Barzeh sagte, es seien sehr viele Sicherheitskräfte auf den Straßen zu sehen.
Ruanda-Kommandant fordert Intervention
Der ehemalige Kommandant der UNO-Blauhelme während des Völkermords in Ruanda, Romeo Dallaire, hat sich unterdessen für eine Militärintervention in Syrien ausgesprochen. Es gebe eine "offene Anwendung von unverhältnismäßiger Gewalt gegen Gruppen, die dem Regime gefährlich werden könnten", sagte der pensionierte kanadische General der "Bild"-Zeitung von Mittwoch. Die "Grenze zum Bürgerkrieg" sei überschritten. "Wir bewegen uns in die Richtung von massenhaften Gräueltaten und Völkermord. All das sollte uns eigentlich starke Argumente liefern, um in Syrien zu intervenieren."
Ban verhandelt in China
Vor der mit Spannung erwarteten neuen Abstimmung des UNO-Sicherheitsrates über eine Resolution zum anhaltenden Konflikt in Syrien hat UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon Gespräche mit der Veto-Macht China geführt. Er kam am Mittwoch in Peking mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao zusammen und will anschließend weitere chinesische Regierungsvertreter treffen.
Ban will bei den Gesprächen versuchen, China zu einer Unterstützung des vom Westen eingebrachten Resolutionsentwurfs zu bewegen, über den noch am Mittwoch im Sicherheitsrat abgestimmt werden soll. Dies gilt allerdings als schwierig, da Peking und Moskau bereits zweimal eine aussagekräftige Resolution gegen die Führung des mit ihnen verbündeten syrischen Präsidenten Assad verhindert haben.
Kommentare
Betonkopf Assad jetzt wird das Massenmorden erst richtig beginnen......